Verkehrslärm macht krank: Ramsauer will besseren Lärmschutz an Autobahnen

28. April 2010 | von

Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) möchte Anwohner von Autobahnen vor Verkehrslärm schützen, indem er die Auslöserwerte für Lärmschutzmaßnahmen senkt. In den kommenden Jahren sollen dafür 1,5 Milliarden Euro ausgegeben werden.

Wer in der Nähe einer Autobahn oder Bundesstraße wohnt, ist nicht nur tagsüber Nerven strapazierendem Verkehrslärm ausgesetzt; die vorbeirasenden Fahrzeuge dürften den Anwohnern auch so manche schlaflose Nacht bereiten. Um Betroffenen eine höhere Wohnqualität zu ermöglichen, plant die Bundesregierung nun, durch den Einbau zusätzlicher Lärmschutzwände und –fenster die Lärmbelastung zu senken. Zu diesem Zweck sollen noch in diesem Jahr 50 Millionen Euro eingesetzt werden, langfristig sind sogar 1,5 Milliarden Euro eingeplant.

Der finanzielle Kraftakt würde sich lohnen, da Lärmschutzmaßnahmen “die Nerven der Anwohner schonen und einen überaus wichtigen Beitrag für ihre Gesundheit und eine höhere Wohnqualität leisten“, soVerkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) gegenüber dem Hamburger Abendblatt und gibt den signifikanten Grund für die Entscheidung an: „Verkehrslärm kann krankmachen.“

Die Werte für den Lärmschutz an bestehenden Autobahnen sowie Bundesstraßen sollen deshalb um drei Dezibel gesenkt werden, so dass die Anwohner schon bei einer weniger hohen Belastung als bisher vor dem Lärm geschützt werden. Ramsauer: „In der Nacht werden wir zum Beispiel schon ab 57 statt erst ab 60 Dezibel handeln. Das entspricht akustisch der Halbierung des vorbeifahrenden Verkehrs.“

Umgesetzt wird der Plan sofort: Die Sanierungsarbeiten für die Bundesstraße 430 in Schleswig-Holstein, die als besonders lärmbelastete Strecke gilt, sollen nun beginnen. Laut dem Verkehrsministerium sind in Neumünster 212 Wohnungen nachts von Werten über 60 Dezibel betroffen. Nach der Grenzwertsenkung auf 57 Dezibel können ganze 620 Wohnungen von Lärmschutzmaßnahmen profitieren.

Und obwohl entsprechende Maßnahmen beim Neu- und Ausbau von Bundesstraßen und Autobahnen nicht gesetzlich vorgeschrieben sind, gebe man sich nun auch beim Ausbau der Autobahn 7 im Hamburger Stadtgebiet Mühe, Verkehrslärm im Vorfeld zu reduzieren, so ein Sprecher Peter Ramsauers gegenüber dem Hamburger Abendblatt.


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