GSW sagt Börsengang vorerst ab

6. Mai 2010 | von

Aufgrund stark schwankender Börsenkurse wurden die Börsenpläne des Berliner Wohnungsunternehmens GSW vorerst gestoppt – die Schuldenkrise in Griechenland macht die Situation bei Anlegern zu unsicher.

Der für Freitag geplante Börsengang des Berliner Immobilienunternehmens GSW ist gescheitert und auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Gründe für die Verschiebung sind die derzeit zu sehr schwankenden Börsenkurse und das geringe Interesse der Investoren – resultierend aus zunehmenden Sorgen über eine Ausweitung der griechischen Schuldenkrise in der Eurozone. Diese hatten bereits am Dienstag zu großen Kursstürzen geführt und die Börse damit zu unsicherem Parkett gemacht. Die gerade für Immobilienwerte sehr relevante Zinsentwicklung in Europa sei schlichtweg zu schlecht abzusehen und potentiellen Investoren deshalb zu unsicher.

Für das Initial Public Offering (IPO) ist der geplatzte Börsengang des Berliner Unternehmens ein sehr schlechtes Zeichen. Nach zwei Jahren Flaute hatte sich der IPO-Markt gerade erst wieder geöffnet. So wagten allein im März mit dem Medienunternehmen Kabel Deutschland, der Modekette Tom Tailor, dem Armaturen-Hersteller Joyou und dem Chemikalienhändler Brenntag vier Unternehmen den Sprung an die Börse und können sich dort recht gut behaupten. Die marktbelebende Reihe sollte nun durch die GSW fortgesetzt werden.

Die Turbulenzen um Griechenland haben dabei nicht nur negative Folgen für die GSW-Investoren – auch für die GSW selbst könnten sie konkrete Auswirkungen haben. Viele Investoren befürchten Analysten zufolge steigende Zinsen in Folge der Schuldenkrise, was bei der GSW wiederum besonders ins Gewicht fallen würde. So ist ein entscheidender Minuspunkt für das Unternehmen ein 908 Millionen Euro schwerer Kredit, der von August des Jahres 2011 an ohne Vorfälligkeitsentschädigung abgelöst werden kann und nach zwei Jahren zurückgezahlt werden muss.

An der Frankfurter Börse nahm man die Absage am Mittwoch ohne große Überraschung auf. Die Stimmung für Immobilienwerte sei nach Meinung von Börsianern derzeit sowieso keine gute Basis für einen Börsengang; das Kapitalmarktumfeld verschlechtere sich und kritische Stimmen hatten sich schon zuvor geäußert, so heißt es bei n-tv. Zusätzlich wundert man sich über die im Vergleich zu anderen Immobilienunternehmen angestrebte hohe Bewertung des Wohnungsbestands der GSW an der Börse.

Trotz der vorläufig gescheiterten Börsenpläne der GSW müssen die Eigentümer des Wohnungsunternehmens 30 Millionen Euro, die für die Erlaubnis zum Börsengang vereinbart worden waren, an das Land Berlin überweisen, das erklärte ein Sprecher der Senatsfinanzverwaltung, Daniel Abou, gegenüber dem „Tagesspiegel“. Gezahlt werden müsse unabhängig davon, wann das Unternehmen tatsächlich an der Börse platziert wird; Stichtag sei der 10. Mai.


Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0
Dieser Beitrag wurde unter Allgemeines abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Kommentar zu GSW sagt Börsengang vorerst ab

  1. Na dann mal schauen, was die Zukunft in dieser Hinsicht noch so bringt!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.