Wieder mehr neue Wohnungen in Nordrhein-Westfalen

21. Mai 2010 | von

In Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Baugenehmigungen zum ersten mal seit etlichen Jahren gestiegen. Das ergaben Untersuchungen der LBS Immobilien GmbH Münster. Die Entwicklung sei positiv, Experten hoffen aber auf eine noch weiter steigende Zahl. Während die Preise für Neubauten stiegen, ist in denen für Gebrauchtimmobilien ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen.

Die lange Durststrecke scheint beendet: erstmals seit 2004 sind im vergangenen Jahr wieder mehr Baugenehmigungen in Nordrhein-Westfalen erteilt worden – und zwar 36.000, was einem Wachstum von 4,8 Prozent entspricht. Verkündet hat die neue Entwicklung Roland Hustert, Geschäftsführer der LBS Immobilien, gestern in Münster: „Der Wohnungsbau erwacht allmählich wieder aus seinem jahrelangen Tiefschlaf“.

Die Zahl der Genehmigungen sei in den Monaten Januar bis März 2010 im Vergleich zum Vorjahr sogar um rund 20 Prozent gestiegen. Bei der LBS rechne man daher für das laufende Jahr mit dem Bau von 36.000 neuen Wohnungen, 2011 eventuell sogar mit 38.000. Zuletzt hatte die Zahl der fertiggestellten Wohnungen zwischen Rhein und Weser mit 32.000 ein selten dagewesenes Tief erreicht.

Dem neuen Aufschwung steht Roland Hustert erfreut, aber auch mit weiteren Erwartungen gegenüber. Damit der Wohnungsbestand einen Idealzustand hätte, müssten in Nordrhein-Westfalen pro Jahr mindestens 50.000 bis 60.000 Wohnungen gebaut werden. Trotz sinkender Einwohnerzahlen nimmt die Zahl der Haushalte, die Wohnungen benötigen, bis mindestens 2020 jedes Jahr noch um 30.000 zu. Gleichzeitig würde auch der Wohnungsbestand immer mehr veralten: Laut der LBS wurden 73 Prozent der Wohnungen vor 1977 gebaut. So sei eine „zeitgemäße Energieeffizienz und ein bedarfsgerechter Umbau“ gerade bei Wohnungen aus den fünfziger und sechziger Jahren häufig nur durch sehr hohe Investitionen möglich und ein Abriss meist sinnvoller als eine aufwendige Sanierung. Auf diese Tatsache habe man in Nordrhein-Westfalen schon reagiert; So würden Abriss und Neubau mit Prämien gefördert.

Rosiger sieht es laut LBS auf dem Gebrauchtimmobilienmarkt aus; so waren beim Marktführer 90,8 Prozent der knapp 8.000 vermarkteten Immobilien gebraucht. Die Beobachtungen der LBS Immobilien GmbH Münster ergaben dabei eine deutlich gegenläufige Entwicklung in den vergangenen zehn Jahren in Nordrhein-Westfalen bezüglich der Preise für neue und für gebrauchte Immobilien. Neue Einfamilienhäuser zum Beispiel stiegen im Preis um gut 20 Prozent auf durchschnittlich 244.000 Euro, während die Preise für gebrauchte Häuser um mehr als zehn Prozent auf 164.000 Euro fielen. Selbst wenn eine gebrauchte Immobilie für 30.000 Euro erneuert würde, sei sie damit noch um rund 20 Prozent günstiger als ein Neubau, so LBS-Sprecher Gregor Schneider. Einer der Gründe für die Wahl einer Gebraucht-Immobilie sei nicht selten die Lage in „gewachsenen“ Wohngebieten mit guter Infrastruktur sowie große Grundstücke.

Auch Attraktionen, wie das traditionelle Ballonfahren in Münster, können zum Entscheidungspunkt beim Kauf einer Immobilie werden.


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