Intelligente Stromzähler: Verbraucher sind derzeit noch skeptisch

1. Juni 2010 | von

Die deutschen Haushalte stehen dem viel gepriesenen intelligenten Stromzähler derzeit noch skeptisch gegenüber. Das liegt vor allem am bisher eher ungünstigen Preis-Leistungsverhältnis, wie eine forsa-Studie im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) ergab.

Die sogenannten „intelligenten“ digitalen Stromzähler sind zwar seit Anfang des Jahres bei Neubauten und größeren Renovierungen vorgeschrieben, doch wenn Verbraucher die Wahl haben, verzichten sie derzeit noch auf den Einbau der „smart meter“. Die Möglichkeiten der neuen Technik, seinen Energieverbrauch durch eine genaue Erfassung besser zu steuern und unter Umständen Strom zu sparen, kommen dagegen gut an. Knapp 71 Prozent der Befragten finden die Idee grundsätzlich gut, 69 Prozent würden sich gar einen digitalen Basis-Stromzähler einbauen – wenn er denn kostenlos wäre.

Das ist allerdings der Haken bei der Sache. Die Bereitstellung der Geräte ist derzeit nicht nur teuer, sondern kostet in den meisten Fällen auch eine monatliche Gebühr. Zudem haben die Stromversorger noch keine auf die neuen Möglichkeiten abgestimmten Tarife im Angebot. Inbesondere mit flexiblen, nach Tageszeit variierenden Stromtarifen könnte das Einsparpotential der Stromzähler ausgeschöpft werden. Durch Regulierungen der Bundesnetzagentur sind solche Angebote derzeit aber nur schwer möglich. Beim Verbraucherzentrale Bundesverband stoßen die Vorgaben der Bundesnetzagentur deshalb auf Kritik.

„Veraltete Vorgaben verhindern, dass die Zähler ihr Potential wirklich entfalten können“, moniert vzbv-Vorstand Gerd Billen. Nötig sind faire und transparente Tarifstrukturen, denn immerhin 25 Prozent der Befragten würden Geld für die neue Technik investieren, wenn die Preise niedrig und das Einsparpotential hoch ist. Zu den derzeit marktüblichen Konditionen würden lediglich vier Prozent für einen digitalen Stromzähler entscheiden. „Verbraucher sehen zwar die Vorteile, doch das macht die Technik nicht zum Selbstläufer“, so Billen weiter.

Bedenken haben die Verbraucher vor allem bezüglich möglicher Preiserhöhungen und über mangelnden Datenschutz, denn während ein Basiszähler lediglich Stunden-, Tages-, Monats- und Jahresverbrauch anzeigt, bieten Zusatzmodule die Möglichkeit, den Stromverbrauch an den Anbieter zu übermitteln und so zum „gläsernen“ Stromverbraucher zu werden. Diese Zusatzfunktion ist allerdings für die großen Vorteile des digitalen Stromzählers wie tageszeitabhängige Tarife, programmgesteuerte Geräte oder die Analyse des Verbrauches am PC notwendig.

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