Zu wenig „Green Buildings“: Immobilienwirtschaft verfehlt Nachhaltigkeitsziele

2. Juni 2010 | von

Green Buildings gelten als zukunftsweisend, da sie außer der guten Umweltbilanz auch satte Rendite versprechen. Dennoch wird es noch eine ganze Weile dauern, bis sich die grünen Bürogebäude am Markt durchsetzen werden, wie aus einer Umfrage der Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS) hervorgeht. Vor allem fehlende Anreize für die energetische Sanierung seien daran Schuld.

Der Wille ist da, doch die Aussichten sind nicht gut: bis zum Jahr 2020 werden lediglich 10 Prozent aller Gewerbeimmobilien die Nachhaltigkeitsanforderungen nicht erfüllen, wenn die Anreize zur energetischen und nachhaltigen Sanierung nicht verbessert werden. Davon gehen zumindest 20 Prozent der Immobilienfachleute des Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS) aus, die im Rahmen der aktuellen RICS Global Sustainability Survey im ersten Quartal 2010 befragt wurden.

Besonders pessimistisch ist die Immobilienwirtschaft in Lateinamerika, wo mit 49 Prozent knapp die Hälfte der Befragten von einem Verfehlen der „LEED- oder BREEAM-Anforderungen“ erwartet. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass ein überwiegender Teil der Experten ein Erreichen der Ziele in den nächsten 10 Jahren durchaus für möglich hält.

Angesichts des geringen Neubauanteils bei Gewerbeimmobilien von ein bis zwei Prozent müssen nach RICS-Ansicht speziell die Anreize für Sanierung und energetische Verbesserungen an bestehenden Gebäuden verbessert werden. Größtes Hindernis sei nach Ansicht der Befragten derzeit ein ungünstiges Verhältnis von Aufwand und Nutzen, sprich: Die Sanierungskosten übersteigen derzeit noch die Einsparungen durch geringeren Energieverbrauch oder Zusatzeinnahmen durch höhere Mieten.

Ursula Hartenberger, Leiterin des Nachhaltigkeitsbereiches bei RICS, fordert in diesem Zusammenhang eine Verschiebung des politischen Handlungsfokus auf Bestandsimmobilien, schließlich würde den Regierungen eine zentrale Rolle beim Thema „Nachhaltigkeit“ zufallen. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass „monetäre oder indirekte Anzeize zur energetischen und ökologischen Sanierung bzw. Modernisierung“ nötig seien, um die gesteckten zielen bei gewerblichen Bestandsimmobilien zu erreichen.


Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0
Dieser Beitrag wurde unter Allgemeines abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.