Verbraucher wählen vermehrt Ökostromtarife

14. Juni 2010 | von

Auch wenn die Bundesregierung plant, die Förderung alternativer Energien zusammenzuschrumpfen, ist die Nutzung sauberer Energie für viele Verbraucher inzwischen eine Gewissensfrage. Immer mehr schrauben sich eine Solaranlage aufs Dach – und wer dies mangels eigenem Dach nicht kann, wechselt häufig zu einem Ökostromanbieter.

Jeder dritte Verbraucher hat sich in diesem Jahr beim Stromanbieterwechsel für einen Ökostromtarif entschieden. Zu diesem Ergebnis kam das Verbraucherportal Verivox im Rahmen einer Studie zum Tag der Umwelt. Den erneuerbaren Energien kommen dabei neben einer gewachsenen Sensibilisierung der Bevölkerung für Umweltthemen ganz sicher auch gesunkene Preise entgegen, denn die Ökostromtarife sind inzwischen in vielen Fällen günstiger als die Basistarife der großen Energieversorger, die zu einem großen Teil auf Atomstrom und fossilen Brennstoffen basieren.

Speziell in Metropolen wie Berlin (52 Prozent) oder Hamburg (53 Prozent) zeigt sich eine hohe Akzeptanz für Ökostrom. Mehr als die Hälfte der wechselwilligen Verbraucher entschieden sich in diesen Stadtstaaten für einen Ökostromtarif. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in Schleswig-Holstein (40 Prozent), Sachsen-Anhalt (37 Prozent) und Niedersachsen (31 Prozent), wo die Wechselquote ebenfalls über dem gesamtdeutschen Schnitt von 30 Prozent liegt.

„Die Vorliebe für Ökostrom ist vor allem in Großstädten besonders ausgeprägt“, analysiert Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft bei Verivox, das Ergebnis. Dass in Hamburg besonders häufig zu Ökostromanbietern gewechselt wird, könnte seiner Ansicht nach aber auch am Lokalpatriotismus liegen. „Einige der bekanntesten reinen Ökostromanbieter wie Lichtblick, Greenpeace Energy und Hamburg Energie haben dort ihren Hauptsitz“, so Reese weiter. Ökostrominteressenten sollten beim Anbieterwechsel neben dem Vergleich der Preise auch auf die Gütesiegel achten – denn Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom.

Markt für Solarwärme bricht nach Förderstopp ein

Nicht ganz so rosig sieht es auf dem Markt für Solarwärmeanlagen aus. Nach der Sperrung der Fördermittel des Marktanreizprogramms (MAP) für die erneuerbaren Energien im Wärmebereich durch Finanzminister Schäuble (CDU) brach die Nachfrage nach Solarwärmeanlagen nach Angaben des Bundsverband Solarwirtschaft (BDW-Solar) im Mai um 33 Prozent ein. Auch beim Solarstrom sehen die Aussichten nicht wirklich gut aus.

Insbesondere die von der Bundesregierung beschlossene Drosselung der Solarförderung könnte die Branche in die Bredouille bringen. „Ein zu schnelles oder zu starkes Absenken der Förderung schadet besonders deutschen Herstellern“, beklagte BSW-Solar Geschäftsführer Carsten Körnig die politische Richtung der Regierung. Ein Fünkchen Hoffnung besteht dennoch: Einige Länder-Ministerpräsidenten haben bereits ihren Unmut über die Zusammenstreichung der Solarförderung bekundet. Über den Bundesrat könnte es somit zu Nachbesserung bei der EEG-Novelle kommen.


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