Fußball-WM zu Hause: Wie Mieter feiern dürfen

15. Juni 2010 | von

Deutschland ist im WM-Fieber und zelebriert die Spiele der Nationalmannschaft in größerem Ausmaß als je zuvor – und das nicht nur beim Public Viewing. WM-Partys im eigenen Heim gewinnen an Beliebtheit und die Dekoration kann gar nicht genug Schwarz-Rot-Gold enthalten. Ein paar Dinge sollten beim Torjubel zu Hause jedoch beachtet werden – und das gilt nicht nur für das Dauertröten der Vuvuzelas.

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika hat begonnen und die Deutschen erhoffen sich ein erneutes Sommermärchen. Hatte sich schon bei der WM vor vier Jahren die ganze Republik in schwarz-rot-goldene Fahnen gehüllt, scheint das Bedürfnis, sein Nationalteam so facettenreich wie möglich zu unterstützen, in diesem Sommer noch ausgeprägter. So werden nicht nur die Autos mit Flaggen dekoriert, auch Hauswände und Balkone sollen die Solidarität mit der deutschen Nationalmannschaft widerspiegeln.

Flaggen hissen ist erlaubt

Sofern nicht grundsätzlich sämtliche Dekoration vom Vermieter untersagt ist, steht das Hissen der Flagge durch das Recht der freien Persönlichkeitsentfaltung auch jedem Mieter zu – so darf ein jeder aus seinem Balkon eine schwarz-rot-goldene Fankurve machen. Wem das jedoch nicht ausreicht und gleich das Dach, die Hausfassade oder einen gemeinschaftlich genutzten Garten mit Fahnen WM-tauglich machen möchte, sollte das im Vorfeld mit Vermieter und Nachbarn absprechen. Generell müssen Flagge zeigende Fußballfans dafür sorgen, dass ihre WM-Deko nicht herunterfallen und dabei Passanten verletzen oder andere Schäden verursachen könnte.

Auf den Lautstärkepegel achten

Ein Mindestmaß an Rücksicht auf weniger Fußballbegeisterte sollte auch beim WM-schauen daheim geboten sein. Zwar hat jeder Mieter das Recht, so viele Freunde zur privaten WM-Party einzuladen, wie er möchte und kann diese auch auf Balkon oder Garten ausweiten, Lärmschutzvorschriften gelten allerdings entgegen der verbreiteten Meinung auch während der Weltmeisterschaft. So wird in dieser Zeit, in der sich plötzlich weitaus mehr Menschen für den Fußball interessieren als gewöhnlich, des Öfteren ein Auge zugedrückt, grundsätzlich gilt aber bundesweit die Nachtruhe ab 22 Uhr. Wer also zum Private Viewing auf dem Balkon oder im Garten lädt, muss damit rechnen, dass sich ein Nachbar über Lärmbelästigung durch Torjubel oder ausgelassenes Feiern nach dem Spiel beschwert. Eine Ausnahmeregelung gibt es für öffentliche WM-Veranstaltungen mit Public-Viewing-Lizenz in Biergärten oder auf Fanmeilen. Den dort verursachten Lärm durch ekstatisch jubelnde Fans und trötende Vuvuzelas (sofern die nicht vornherein verboten sind) müssen Nachbarn schlichtweg hinnehmen.

Die Wurst zum Bier: Grillen auf dem Balkon sollte überdacht sein

Auch bei der Verpflegung, für die neben ausreichend Bier bevorzugt in Form von Grillwürstchen und Steaks gesorgt wird, gelten auf privaten WM-Partys keine Ausnahmen. In nachbarlichen Streitfragen bezüglich Rauch und Duft vom Grill entscheiden Gerichte nämlich nicht einheitlich, sondern häufig zugunsten des sich gestört fühlenden Nachbarn. Wer aber darauf achtet, dass Rauchschwaden nicht zum Mieter der Nachbarwohnung herüberziehen oder gleich einen Elektrogrill benutzt, vermeidet unnötigen Ärger.


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