Vermieter beklagen Mietausfälle in Milliardenhöhe

23. Juni 2010 | von

Die 3.000 im Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) organisierten Unternehmen hatten im vergangenen Jahr unter Mietausfällen in Milliardenhöhe zu leiden. Trotzdem blicken die Unternehmen optimistisch in die Zukunft.

Die Mietausfälle bei den im GdW organisierten Wohnungsunternehmen sind im Jahr 2009 um knapp 2,5 Prozent auf 1,085 Milliarden Euro gesunken. Im Vorjahr hatten die die Wohnungsanbieter noch Ausfälle in Höhe von 1,18 Milliarden Euro zu verzeichnen. Vergleichsweise hoch sind mit 605 Millionen Euro dabei die Ausfälle im Osten Deutschlands, wo sie einen Anteil von 10,2 Prozent an den Nettokaltmietenerlösen ausmachen. Aufgrund der Marktbereinigung konnten die Wohnungsunternehmen allerdings einen Rückgang der Mietausfälle um 22,3 Millionen Euro verzeichnen. Im Westen Deutschlands gingen die Mietausfälle um lediglich 6,1 Mio. Euro zurück, allerdings haben sie hier mit 4,2 Prozent vom Nettokaltmietenerlös auch einen wesentlich kleineren Anteil.

Unter dem Begriff „Mietausfälle“ werden Erlösschmälerungen durch leerstende Wohnungen oder Mietminderungen, aber auch die Kosten für Miet- und Räumungsklagen sowie Abschreibungen auf Mietschulden zusammengefasst.

Mieter blieben 527 Millionen Euro schuldig

Allein die Schulden säumiger Mieter beliefen sich im vergangenen Jahr auf knapp 527 Millionen Euro. Damit konnte die positive Tendenz zur Schuldenreduzierung in den vergangenen Jahren fortgesetzt werden. Seit 2003 konnten die Wohnungsunternehmen die Mietschulden um 225 Millionen Euro senken.

GdW-Präsident Lutz Freitag zieht deshalb auch ein ingesamt positives Fazit. „Diese positive Entwicklung konnte durch eine weitere Professionalisierung des 320 Vermietungs- und Mietschuldenmanagements sowie eigene Beratungs- und Betreuungsangebote an säumige Zahler seitens der Wohnungsunternehmen erreicht werden“, so Freitag. Ziel der Vermieter sei es, dass dauerhafte Mietrückstände gar nicht erst entstehen. Deshalb werde unter anderem mit öffentlichen Schuldnerberatungs- und sozialen Einrichtungen zusammengearbeitet.

Nach Angaben von Freitag stehen die GdW-Unternehmen, die mit einem Gesamtbestand von sechs Millionen Wohnungen rund ein Drittel des deutschen Mietmarktes repräsentieren, gegen den Trend der Vermietungsbranche, die zuletzt einen Anstieg der Mietschulden zu beklagen hatten. Auch im Gesamtbild stehe der GdW gut da: Trotz Krise gebe es stabile Investitionen, geringeren Leerstand sowie einen immer höheren Anteil energetisch sanierter und altersgerechter Wohnungen.


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