Weniger Eigenheime unterm Hammer

28. Juni 2010 | von

Der Auktionshammer hat immer öfter Pause: Nach Angaben des Ratinger Verlages Argetra ist die Zahl der Zwangsversteigerungen in den ersten sechs Monaten des Jahres zurückgegangen. Gemeinhin deutet das auf eine wirtschaftliche Erholung hin, denn die Hausbesitzer haben wieder genug Geld, um die Hypotheken zu begleichen – doch die Zahlen sehen nicht überall gleich gut aus.

Ingesamt notierte Argetra in den ersten sechs Monaten des Jahres 2010 43.602 Zwangsversteigerungstermine an den deutschen Amtsgerichten. Das entspricht einem Rückgang von ingesamt 2,5 Prozent. Parallel dazu fiel auch die Summe der Verkehrswerte der versteigerten Objekte deutlich geringer aus, sie sank um 6,6 Prozent auf nun 7,2 Milliarden Euro.

Dass auch zwangsversteigerte Immobilien nicht unbedingt in die Kategorie Schnäppchen fallen, zeigt der durchschnittlich angesetzte Preis von 165.336 Euro. Allerdings wurden auch drei Viertel der zu versteigernden Objekte zum ersten Mal offeriert, was nicht unbedingt zu Preisnachlässen führt.

Erfahrungsgemäß fällt die Entwicklung der Zwangsversteigerungen regional sehr unterschiedlich aus. Bemerkenswert ist dabei allerdings, dass die Zahl der Versteigerungstermine im wirtschaftlich eher schwachen Mecklenburg-Vorpommern mit 5,6 Prozent deutlich zurückging. Auch im nördlichen Nachbarland Schleswig-Holstein gab es eine ähnlich positive Entwicklung, hier gab es 6,1 Prozent weniger Termine.

Auch die Entwicklung in den beiden Hansestädten Bremen und Hamburg ist auffallend. In Hamburg gab es knapp 53 Prozent weniger Zwangsversteigerungen, während in der Stadt an der Weser circa 20 Prozent mehr Immobilien unter den Hammer kamen. Auch in den ehemaligen Montanindustrie-Hochburgen wie Duisburg oder Bochum gab es deutlich mehr Zwangsversteigerungen als zuletzt. Überraschenderweise erwischte es mit der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden aber auch eine Stadt, die als wirtschaftlich stabil gilt. Hier gab es sogar einen Zuwachs von 48 Prozent.

Deutlich ausgeglichener zeigte sich das Bild bei der Art der Immobilien. Zu je gleichen Anteilen kamen Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Eigentumswohnungen unter den Hammer. Wohn- und Geschäftshäuser sowie Grundstücke und Garagen kamen ingesamt auf einen Anteil von 33%.


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