Trotz Krise: Immobilienpreise in Deutschland steigen

5. Juli 2010 | von

Untersuchungen der Landesbausparkassen (LBS) zufolge macht sich in Deutschland eine Trendwende bemerkbar: Das Interesse an Wohneigentum steigt wieder. Die Folge sind steigende Immobilienpreise, besonders in den Großstädten.

Es tut sich etwas auf dem deutschen Immobilienmarkt: Wie in der Online-Ausgabe des Magazins „Spiegel“ berichtet wird, hat die Nachfrage nach Wohneigentum laut einer Untersuchung der Landesbausparkassen (LBS) deutlich zugenommen. Grund für den Trend sind unter anderem die zurzeit niedrigen BauzinsenBaufinanzierungen sind derzeit also günstig zu haben. Unerwartet kommt die Entwicklung nicht: Schon im März hatte die Hamburger LBS eine Untersuchung veröffentlicht, nach der Bestandseigentumswohnungen im Jahresvergleich um 8,5 Prozent teurer geworden waren – dabei handelte es sich um den höchsten Anstieg seit 20 Jahren.

Hier wird deutlich, dass die weltweite Finanzkrise sowie die anschließende Rezession dem deutschen Immobilienmarkt wenig Schaden zugefügt hat. Im Gegensatz zu teilweise erheblich gesunkenen Preisniveaus in Ländern wie Spanien, Großbritannien und den USA, die sich inzwischen in der Erholungsphase befinden, mussten deutsche Hausbesitzer durchschnittlich kaum Verluste verbuchen.

Besonders in Großstädten steigt laut LBS-Experten das Interesse an Wohneigentum. So würden Eigentumswohnungen als kostengünstige Alternative zu raren Eigenheimangeboten empfunden, zitiert der „Spiegel“ den Verbandsdirektor der LBS, Hartwig Hamm. Die Konsequenz der hohen Nachfrage ist für die LBS-Immobiliengesellschaften absehbar: Für Süddeutschland rechnen sie mit Preissteigerungen von durchschnittlich ein bis zwei Prozent im kommenden Jahr. Untersucht worden war für die Analyse die Lage in 670 deutschen Städten.

Bereits in den vergangenen Monaten konnten Bauträger mehr für ihre Immobilien verlangen als zuvor. So musste nach Angaben des „Spiegel“ etwa für eine 80-Quadratmeter-Wohnung in Dresden in mittlerer bis guter Lage tiefer in die Tasche gegriffen werden – im April 2010 war der Preis für ein solches Objekt um 11,1 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Die Preise in Frankfurt, Stuttgart und Hamburg stiegen um jeweils circa 7 Prozent und auch in der vergleichsweise günstigen Hauptstadt musste für Wohneigentum mehr aufgebracht werden. Hier verzeichnete man ein Plus von 5 Prozent.

Die Immobilienpreise auf Deutschlands teuerstem Wohnungsmarkt in München stiegen um 4,4 Prozent – und damit deutlich schneller als das durchschnittliche Einkommen der Bevölkerung. Laut der LBS müssen Immobilienverkäufer demnach trotz der niedrigeren Bauzinsen das Doppelte des Durchschnittseinkommens (98 Prozent) verdienen, um sich in München Wohneigentum leisten zu können, so der „Spiegel“. Vor einem Jahr hatte der Wert noch 93 Prozent betragen.


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2 Kommentare zu Trotz Krise: Immobilienpreise in Deutschland steigen

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  2. Lex sagt:

    Ja das prima!

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