Wohnung zu heiß: Augen auf beim Kauf von Klimageräten

12. Juli 2010 | von

Die Sonne brennt und sorgt in deutschen Wohnräumen für saunaähnliche Zustände. Um dem entgegenzuwirken, greifen viele auf kühlende Klimageräte zurück. Diese halten jedoch nicht immer, was sie versprechen und sind zudem wahre Stromfresser. Die führenden Umweltverbände warnen vor einem Fehlkauf und empfehlen eher die Nutzung von Ventilatoren.

Der Sommer hat Deutschland erreicht und bei aktuellen Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius wird nicht nur draußen geschwitzt, sondern auch in Haus und Wohnung. Erlösende Abkühlung versprechen moderne Klimaanlagen, die im Sommer zu wahren Verkaufsschlagern werden. Ob sich der Kauf eines solchen Gerätes allerdings lohnt und den heißen Sommer erträglich macht, ist fraglich. Umweltverbände haben vor dem Erwerb stromfressender Raumklimageräte jetzt sogar gewarnt. So wiesen der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland in Zusammenarbeit mit der Deutschen Umwelthilfe darauf hin, dass eine Klimaanlage die Stromkosten um bis zu 300 Euro pro Jahr nach oben treiben könne. Die private Ökobilanz verschlechtere sich entsprechend.

Wie aus der Erklärung der Umweltverbände hervorgeht, sind besonders die allseits beliebten mobilen Kompakt-Klimageräte ineffiziente Stromfresser, die für wenig Leistung viel Energie verbrauchen. Die Ursache ist simpel: Das Gerät leitet die warme Raumluft mit einem Schlauch durch das geöffnete Fenster, woraufhin warme Außenluft zurückströmt – in der Konsequenz ist die Anlage ineffizient und leistungsschwach. Und dafür soll gezahlt werden: Laut den Umweltverbänden benötigt selbst ein Kompakt-Klimagerät der Effizienzklasse A in der heißen Zeit im Durchschnitt 460 Kilowattstunden.

„In einem heißen Sommer verbraucht ein Klimagerät mehr Strom als ein Kühlschrank im ganzen Jahr“, so Christian Noll, Experte für Energieeffizienz vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Das kostet den Verbraucher damit etwa 100 Euro jährlich und belastet zusätzlich das Klima mit 287 Kilogramm CO2. Die Lautstärke solcher Geräte macht es nicht besser: Kompressor und Lüfter entwickeln Betriebsgeräusche von bis zu 60 Dezibel – das ist vergleichbar mit einem Rasenmäher in zehn Metern Entfernung.

Damit klimafreundliche und kostengünstige Mittel gefunden werden können, sich im Alltag abzukühlen, haben die führenden Umweltverbände die Kampagne „energieeffizienz – jetzt!“ gegründet, im Zuge derer sie fordern, dass solche Klimageräte aus dem Handel verschwinden. Stattdessen raten die Experten zu Kühltechniken, die keinen Strom benötigen und die Hitze trotzdem effektiv aus der Wohnung heraushalten. Die wirkungsvollste Maßnahme ist dabei nach wie vor eine gute Gebäudedämmung und eine ausreichend isolierte Verglasung. Ist das gegeben, kommt die Sommerhitze gar nicht erst ins Haus. Ebenfalls effektiv: Versteckte Wärmequellen beseitigen. So raten die Experten der Kampagne dazu, ungenutzten Geräten den Stecker zu ziehen und möglichst den Standby-Betrieb zu vermeiden. Und wer auf ein Klimagerät absolut nicht verzichten möchte, sollte auf einen Ventilator zurückgreifen. Diese sorgen für Erfrischung und verbrauchen wenig Strom.

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