Plagegeister: Vorsicht bei der Bekämpfung von Wespen & Co

19. Juli 2010 | von

Wie in jedem Jahr bringen die heißen Sommertage nicht nur Freude, sondern auch unliebsame Gäste mit sich: Wespen und Hornissen bevölkern Dächer und Mauerspalten in deutschen Häusern und sorgen für Frust. Einfach entfernt werden können die Nester dabei nicht – stattdessen muss einiges beachtet werden.

Der Sommer ist da und Deutschland darf sich endlich über sonnenreiche Tage und hohe Temperaturen freuen. Dass jetzt gebadet, gegrillt und überhaupt viel Zeit im Freien verbracht werden kann, ist jedoch nicht der einzige Effekt, den das sommerliche Wetter mit sich bringt. Auch Bienen, Wespen und Hornissen fühlen sich im aktuellen Klima wohl – zum Leidwesen jener, an deren Häusern die Insektenvölker ihr Nest bauen und sich somit zu ungewollten Untermietern machen. Die Konsequenz ist naheliegend: Da die Störenfriede nicht nur nervig, sondern für Allergiker und kleine Kinder sogar lebensgefährlich sein können, gehört das Nest beseitigt.

Ganz so einfach ist es jedoch leider nicht: Wespen und Hornissen sind vom Aussterben bedroht und stehen daher unter Artenschutz. Laut §44 des Bundesnaturschutzgesetzes dürfen ihre Nester deshalb nicht beschädigt oder gar entfernt werden. Anne Kronzucker, Rechtsanwältin bei der D.A.S., warnt: „Wer unerlaubt Wespen- oder Hornissennester entfernt, muss mit einem Bußgeld rechnen“ – das gilt auch für einige andere Arten, die nicht vom Aussterben bedroht sind. Eine Sondergenehmigung zur Bekämpfung der Insekten kann nur erhalten, für wen sie eine echte Bedrohung darstellen, so etwa bei der besonders aggressiven Deutschen Wespe. Die Art der Bedrohung muss also im Vorfeld festgestellt werden, in der Regel ist das nur durch einen Fachmann möglich. Auch wenn ein Allergiker das Haus bewohnt oder sich das Nest direkt an einem Kinderzimmer befindet, kann von der „Unteren Naturschutzbehörde“, die es in jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt gibt, eine Genehmigung zur Entfernung oder Umsetzung des Gefahrenherdes erteilt werden.

Diese vermittelt auch einen Profi, der die Insekten fachgerecht bekämpft. Die Experten der D.A.S. Rechtschutzversicherung raten dazu, sich vorab zu erkundigen, welche Mittel der Kammerjäger einsetzt. Vor allem, wenn sich das Nest unweit des Schlafzimmers befindet, sollte ein ökologisch arbeitender Schädlingsbekämpfer beauftragt werden. Solch einer ließe sich am Berufsverbandsiegel des Vereins zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung (vFöS) erkennen. In einem Mehrparteienhaus muss übrigens der Vermieter die Kosten für entsprechende Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen übernehmen – jedenfalls sofern der Mieter keine Schuld an der Ansiedlung der Insekten hat. Er kann die Kosten jedoch auf die Mieter übertragen, wenn solche Maßnahmen alljährlich, auch vorbeugend, fällig werden.

Grundsätzlich gilt im Umgang mit Wespen und Hornissen: Immer ruhig bleiben und Abwehrbewegungen vermeiden – diese machen die Insekten aggressiv. Fliegengitter an den Fenstern schützen zusätzlich und lassen sich nach der „Wespen-Saison“ leicht wieder entfernen. Da die Insekten außerdem Holz für den Nestbau benötigen, ist es ratsam, Holzteile am Haus wie Fenster und Verkleidungen mit umweltfreundlichen Farben und Lacken zu schützen.


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