Betriebsstromkosten: Mieter zahlen jährlich 100 Mio. Euro zu viel

5. August 2010 | von

Verbraucherschützer sind alarmiert: Deutsche Mieter zahlen zu viel für den Betriebsstrom ihrer Heizanlage. Experten raten, die Heizkostenabrechnung mithilfe eines Heizgutachtens genau analysieren zu lassen, damit eventuelle Überzahlungen ermittelt und beanstandet werden können.

560 Millionen Euro – so viel erhalten deutsche Vermieter jährlich von ihren Mietern für den Betriebsstrom ihrer Heizanlage. Pro Haushalt sind das etwa 13 Euro – das ist eindeutig zu viel, meint die Berliner Gesellschaft „co2 online“, die gemeinsam mit dem Onlineportal heizspiegel.de eine Untersuchung von 12.500 Heizkostenabrechnungen durchgeführt hat. Diese sollten deutsche Mieter im Jahr rund 100 Millionen Euro weniger kosten. Dr. Johannes D. Hengstenberg, Geschäftsführer der gemeinnützigen co2online GmbH kritisiert, dass Vermieter und Hausverwaltungen wenig motiviert sind, die Betriebsstromkosten zu senken, da sie „die Ausgaben ohnehin mit der Heizkostenabrechnung an die Mieter weiterreichen“.

Mit einem Heizgutachten ist es Mietern möglich, ihre Heizkostenabrechnung sowie die darin enthaltenen Heiznebenkosten analysieren zu lassen. So können versteckte Überzahlungen bei den Betriebsstromkosten, dem Ablesen und Warten der Heizung sowie bei den Brennstoffkosten entdeckt werden. Das Problem: Die Betriebsstromkosten werden oft unrealistisch eingeschätzt und veraltete sowie falsch eingestellte Heizungspumpen verursachen unnötig hohe Gebühren. So werden jedes Jahr 450 Millionen Kilowattstunden Strom unnötig verbraucht.

Mit dem von co2 online jetzt veröffentlichten Betriebsstromspiegel 2010 ist eine schnellere Sortierung der eigenen Ausgaben möglich: Mieter teilen die Betriebsstromkosten, die auf der Heizkostenabrechnung unter dem Punkt Heiznebenkosten aufgeführt sind, durch die beheizte Wohnfläche des gesamten Gebäudes und multiplizieren den Wert anschließend mit 100. Als Ergebnis erhalten sie dann die Betriebsstromkosten des Gebäudes in Cent pro Quadratmeter. Indem dieser Wert mit den Tabellen des Betriebsstromspiegels verglichen wird, lässt sich erkennen, ob die eigenen Kosten zu hoch sind.


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