Offene Immobilienfonds: doch weniger Regulierung per Gesetz

6. August 2010 | von

Die Immobilienfondsbranche in Deutschland bleibt weiter in Aufruhr. Erst mussten in den vergangenen zwei Jahren etliche offene Immobilienfonds nach enormen Mittelabflüssen geschlossen werden, dann wurden die Immobilienbestände reihenweise abgewertet. Und als das Finanzministerium neue Regeln für die Immofondsbranche vorschlug, herrschte endgültig Panik – doch die scheint unbegründet zu sein.

Denn die Regulierungen des Finanzministeriums für offene Immobilienfonds werden wohl doch nicht so drastisch auszufallen, wie der erste Entwurf des Gesetzestextes noch vermuten ließ. Einem Bericht der Financial Times Deutschland zufolge soll die strittige Kündigungsfrist von zwei Jahren nicht umgesetzt werden. An ihrer Stelle soll es Rücknahmeabschläge geben, die anfallen, wenn die geplante zweijährige Mindesthaltefrist unterschritten wird. Damit soll das schnelle An- und Verkaufen von Immobilienfondsanteilen unattraktiv werden.

Für Kleinanleger sollen die Regelungen den Informationen der FTD zufolge aber nicht gelten, da Beträge bis zu einer Höhe von 5.000 Euro auch weiterhin monatlich abgerufen werden können. Die Verschonung der Kleinanleger vor allzu starren Regelungen war eine Forderung der Branche, da diese nicht für die Krise der Branche verantwortlich waren.

Gekippt wurde auch der Plan, dass Immobilienfonds die Anteile nur noch an zwei Terminen im Jahr aufgeben und zurücknehmen. Abhängen soll dies von der Häufigkeit der Objektbewertungen. Werden die Immobilienwerte zum Beispiel monatlich analysiert, sollen Anteile weiterhin täglich über den Tisch gehen dürfen. Die Branche fürchtet allerdings zu hohe Kosten für solch kurze Bewertungsphasen. Auf Zustimmung stoßen dürfte dagegen der Plan, die Immobilienbestände der Fonds pauschal um 10 Prozent abzuwerten.

Fondsbranche weiter verunsichert

Solange die Pläne aber noch nicht in ein Gesetz münden, herrscht in der Branche weiter große Verunsicherung. So kündigte die SEB Asset Management an, weiterhin keine Anteile ihres Immobilienfonds SEB ImmoInvest zurückzunehmen. Der Fonds solle weitere neun Monate geschlossen bleiben, bis die Vorraussetzungen für eine Öffnung wieder gegeben sind.


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