Hessen baut künftig energieneutral

10. August 2010 | von

Hessen ruft eine „CO2-neutrale Landesverwaltung“ aus und will in diesem Rahmen energieeffizienter bauen lassen. Um den Ausstoß von Kohlendioxid zu verringern, werden daher sowohl für alte als auch für neue Gebäude einheitliche Richtlinien gelten. Das Land soll damit bundesweit der Vorreiter für ökologisches Bauen werden.

Nachhaltigkeit wird in Hessen großgeschrieben: Wie Umweltministerin Silke Lautenschläger und Finanzminister Karlheinz Weimar in Wiesbaden mitteilten, will die Landesregierung bereits jetzt eine eigentlich für 2019 avisierte EU-Regelung für energieneutrales Bauen umsetzen. So sollen ab sofort neue, einheitliche Standards für die Energieeffizienz von Neubauten und Bestandsgebäuden gelten, um den Ausstoß des klimaschädlichen CO2 nachhaltig zu vermindern.

Dem Finanzminister zufolge sollen nach den verschärften Standards alle Neubauten als „Fast-Nullenergiegebäude“ errichtet werden. Die Gebäudehülle muss zu diesem Zweck die Anforderungen der seit Oktober 2009 geltenden Energieeinsparverordnung mindestens um 50 Prozent unterschreiten. Da die neuen Schwellenwerte für Hessen bundesweit erst im Jahr 2019 im Rahmen einer neuen EU-Regelung für energieneutrales Bauen eingeführt werden, ist das Land nach Angaben der beiden Minister seiner Zeit energiepolitisch weit voraus.

Realisiert werden soll der neue „Fast-Nullenergie“-Standard nicht nur für geplante Neubauten, auch bei bereits laufenden Projekten wird von der hessischen Bauverwaltung derzeit geprüft, ob die verschärften Standards nachträglich noch angewandt werden können. Durch die Optimierung von Gebäude und Anlagetechnik soll der dann noch nötige Primärenergiebedarf vermindert werden. Zwar werden dadurch fällige Mehrkosten bei den Baumaßnahmen auf rund 10 Prozent geschätzt, laut Weimar sei durch die höhere Energieeffizienz der Gebäude jedoch eine „deutliche Minderung der Betriebskosten und damit langfristig größere Wirtschaftlichkeit“ zu erwarten.

Und mit Neubauten nicht genug: Auch für Baumaßnahmen im Gebäudebestand wurden neue Standards festgelegt. So werden energetische Grundsanierungen von Gebäuden in Zukunft mit dem Ziel ausgeführt, von der durch die EnEV gegebenen Möglichkeit einer Abschwächung der energetischen Anforderungen keinen Gebrauch mehr zu machen. In Fällen, in denen sich das als unwirtschaftlich oder technisch zu aufwendig erweist, wird eine energieeffizientere Unterbringung an einem anderem Ort geprüft. Die CO2-neutrale Landesverwaltung geht dabei mit gutem Beispiel voran: Neuanmietungen für ihre Zwecke orientieren sich hinsichtlich der Energieeffizienz ebenfalls an den neuen Standards.

Eine Übersicht aktueller Hausbaumodelle in Hessen finden Sie hier.


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