Berlin: Gasag erhöht Tarife ab 1. Oktober

11. August 2010 | von

Der Berliner Versorger Gasag erhöht die Gaspreise für tausende Kunden drastisch. Pünktlich zu Beginn der Heizperiode am 1. Oktober müssen Verbraucher durchschnittlich 13 Prozent mehr zahlen. Begründet wird die Preiserhöhung mit gestiegenen Einkaufskosten.

In 600.000 Berliner Privathaushalten muss für den Betrieb von Herd und Heizung ab Oktober tiefer in die Tasche gegriffen werden: Der Berliner Versorger Gasag erhöht die Tarife drastisch. 13 Prozent mehr sollen die Kunden bezahlen – für eine Familie mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden entspricht das einer Erhöhung von 170 Euro im Jahr. Dass der Konzern die Tarife anheben muss, begründet Gasag-Sprecher Klaus Haschker mit den gestiegenen Einkaufpreisen und erinnert daran, dass die Verbraucher im vergangen Jahr von vier Preissenkungen in Folge profitieren konnten. Der aktuelle Gaspreis liege damit immer noch unter dem Niveau vom September 2008. Haschker versprach darüber hinaus, bei der Preiserhöhung handele es sich um die letzte in diesem Jahr.

Dem Berliner „Tagesspiegel“ zufolge bezeichnete der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) die Erhöhung als „nicht nachvollziehbar“. Schließlich falle bei einer Brandenburgischen Gasag-Tochter die Erhöhung um ein Viertel geringer aus als in der Hauptstadt. Der BBU fordere daher von der Gasag, dass die Steigerung der Bezugspreise, mit der man die Erhöhung rechtfertigt, angegeben wird.

Energieexperten sowie der BBU kritisierten die fehlende Transparenz bei der Tarifgestaltung der Gasag. Die höheren Preise seien nicht ohne Weiteres nachvollziehbar, so BBU-Sprecher David Eberhart. Das Unternehmen bestreitet, dass Kalkulationen zu undurchsichtig seien und beteuert, es gebe die gestiegenen Einkaufskosten ausschließlich in dem Umfang an seine Kunden weiter, in dem die Vorlieferanten die Erdgaspreise erhöht hätten. In einer aktuellen Pressemitteilung empfiehlt die Gasag ihren Kunden, ihren monatlichen Abschlag entsprechend der Preiserhöhung anzupassen, um mögliche spätere Nachzahlungen zu vermeiden und die Mehrbelastung somit nicht zu drastisch werden zu lassen.


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