Die Aldianz – Allianz will Aldi-Immobilien kaufen

17. August 2010 | von

Der Versicherungskonzern Allianz will einem Bericht der Financial Times Deutschland zufolge im großen Stil Immobilien vom Lebensmitteldiscounter Aldi Süd kaufen, um die Einnahmebasis zu stärken. Ein gutes Geschäft für beide Seiten.

Die Zeiten, in denen Aldi ein gewisses Schmuddelimage nachgesagt wurde, sind lange vorbei. Spätestens, seitdem sich „Geiz ist geil“ vom Werbeclaim zur allgemeinen Geisteshaltung transformierte, war es auch in wohlhabenderen Kreisen nicht mehr unschicklich, den Prosecco aus den Kartons der Discounterkette zu besorgen.

Auch Europas größter Versicherungskonzern Allianz ist sich nicht zu fein, bei Aldi einzukaufen – und zwar den Gerüchten zufolge gleich ganze Filialbestände. Eine Sprecherin des Discounters bestätigte der „Welt“ entsprechende Verhandlungen ebenso wie die Allianz, die Details bleiben aber derzeit noch im dunklen. Fest steht allerdings, dass ein entsprechendes Ansinnen bereits am 10. August beim Bundeskartellamt angemeldet wurde.

Der Deal könnte beiden helfen

Das Geschäft könnte für beide Seiten durchaus vorteilhaft sein. Da es der Versicherer derzeit schwer hat, seine Gelder so gewinnbringend anzulegen, dass er die garantierten Zinsen von 3,4 Prozent auf Lebensversicherungen und Rentenpolicen auch langfristig zahlen kann, würde er mit dem großen Filialnetz des Discounters eine sichere Einnahmequelle aquirieren, schließlich gilt Aldi als äußerst zuverlässiger Mieter.

Aldi wiederrum würde auf einen Schlag die für die europäische Expansion benötigten Gelder zur Verfügung haben, die derzeit noch in Form von Immobilien gebunden sind. Zwar wäre Aldi dann nur noch Mieter in den ehemals eigenen Filialen, wegen der derzeitigen Wirtschaftslage und hoher Leerstände könnte der Discounter aber – im Gegensatz zu Karstadt – relativ günstige Mieten erzielen.

Für die Allianz bedeutet die Übernahme der Aldi-Filialen ein Strategiewechsel. 2007 hatte der Versicherer noch von Immobilien im Wert von 3,5 Milliarden Euro getrennt – gerade rechtzeitig vor dem Ausbruch der Wirtschaftskrise.


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