Mieterbund fordert „Schimmel-Polizei“

17. August 2010 | von

Der Mieterbund fordert ein härteres Vorgehen gegen den am häufigsten auftretenden Wohnungsmangel, den Schimmelbefall. Eine „Schimmel-Polizei“ soll dafür sorgen, dass Vermieter sich für die Beseitigung einsetzen.

Dunkle Flecken an Decken und Wänden – über Schimmel in der Wohnung freut sich wahrscheinlich niemand. Doch gerade in den Sommermonaten kann die schwüle Außenluft Feuchtigkeit ins Haus bringen, die Schimmelpilze begünstigt. Und so häufig, wie in deutschen Wohnungen die unschönen Flecken entdeckt werden, so oft kommt es zu einem Streit zwischen Mieter und Vermieter bezüglich der Frage, wer den Schimmel beseitigt.

Und das sollte so schnell wie möglich geschehen, denn Schimmel ist nicht nur schädlich für die Bausubstanz, sondern auch für die Gesundheit der Personen, die sich tagtäglich im befallenen Raum aufhalten. So leiden nicht nur knapp zehn Millionen Menschen in Deutschland an einer Schimmelpilzallergie, auch Müdigkeitserscheinungen, Gliederschmerzen, Neurodermitis und sogar Diabetes kann durch die dunklen Flecken ausgelöst werden. Besonders bei Kindern und älteren Menschen sowie Personen mit einem ohnehin beeinträchtigten Immunsystem sollte Vorsicht geboten sein.

Der Deutsche Mieterbund (DMB) will die Rechte der Mieter jetzt stärken und fordert von den Behörden ein härteres Durchgreifen. So sprach DMB-Sprecher Ulrich Ropertz gegenüber der „Bild“ von einer „Schimmel-Polizei“. Ordnungsämter sollten von Vermietern die Schimmelbeseitigung verlangen und bei Verstößen Bußgelder verhängen. Obwohl der Verbraucherschutzverband die Zahl der von Schimmelpilz befallenen Wohnungen in Deutschland aktuell auf etwa drei Millionen schätzt, würden die meisten Vermieter untätig bleiben. Viele ignorieren laut Ropertz die Mängel und werfen stattdessen den Mietern vor, falsch geheizt oder gelüftet zu haben.


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