20.000 Wohnungen: Berlin will Immobilienpaket verkaufen

23. August 2010 | von

Das Land Berlin will sich von weiteren Immobilien trennen. Betroffen sind diesmal die Bestände eines Immobilienfonds, der zur landeseigenen Berliner Immobilien Holding (BIH) gehört. Die rot-rote Regierung begründet den Schritt mit zu hohen Risiken des Fonds, der einst Teil des Berliner Bankenskandals war.

Nach mehreren gescheiterten Anläufen könnte der Verkauf der landeseigenen Berliner Immobilien Holding (BIH) demnächst doch noch Realität werden. Wenn das Berliner Abgeordnetenhaus in den kommenden Monaten zustimmt, könnten einem Bericht des „Tagesspiegels“ zufolge die ingesamt 29 unter dem Dach der BIH zusammengefassten geschlossenen Immobilienfonds an die britische Investmentfirma Altyon Partners gehen.

Im Bestand der BIH-Fonds befinden sich insgesamt knapp 46.000 Mieteinheiten im In- und Ausland, davon allein etwa 39.000 Wohnungen, von denen sich wiederum knapp die Hälfte in Berlin befindet. Allerdings umfasst das auf einen Wert von 4,1 Milliarden Euro taxierte Portfolio auch eine ganze Reihe von Schrottimmobilien, für deren milliardenschwere Risiken bislang das Land in Höhe von circa 22 Milliarden Euro bürgt und die für Investoren bis dato eher abschreckend wirkten.

Aus diesem Grund verliefen alle Anläufe des Senats, die BIH an potentielle Investoren zu veräußern, bislang ohne Erfolg. Zuletzt wurde ein Verkauf wegen der schwierigen Marktlage während der Wirtschaftskrise abgebrochen. Der damalige Berlin Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) hatte einen Erlös nach Tilgung der Schulden und Risiken von 100 Millionen Euro angestrebt, allerdings erklärte sich trotz intensiver Verhanldungen kein Investor bereit, die Risiken zu übernehmen. Nun scheint sich die Lage wieder gebessert zu haben, denn die Angebote seien nach Angaben eines Senatssprechers interessanter geworden.

Während CDU und FDP bereits ihre Zustimmung zu einem potentiellen Verkauf andeuteten, kritisierte Grünenpolitiker Andreas Otto die Verkaufspläne. Angesichts eines sinkenden Leerstandes und stagnierender Neubautätigkeit würde die Regierungskoalition nun 20.000 Wohnungen an sogenannte „Heuschrecken“ verschenken. Otto forderte eine Prüfung der Bestände auf „wohnungspolitische Zwecke“ wie der Verfügbarkeit für einkommensschwache Haushalte.


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2 Kommentare zu 20.000 Wohnungen: Berlin will Immobilienpaket verkaufen

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