Jeder siebte Deutsche googelt seinen Nachbarn

23. August 2010 | von

Das Internet macht es möglich: Jeder siebte Deutsche hat bereits versucht, sich über Google, Facebook und Co über seinen Nachbarn zu informieren. Das geht aus einer aktuellen Studie des Immobilienportals Immowelt hervor. Besonders junge Menschen sind neugierig und gehen einen virtuellen Schritt weiter: 8 Prozent unter ihnen sind mit ihren Nachbarn bereits per Facebook befreundet.

Der Streit um Google Street View nimmt kein Ende. Datenschützer laufen Sturm gegen den vom Internetriesen geplanten Kartendienst, der 360°-Panoramabilder von Straßen und Häusern veröffentlichen will. Während einige in dem heiß diskutierten Projekt eine zukunftsweisende Plattform sehen, die virtuelle Ausflüge auf der ganzen Welt ermöglicht, überwiegt nach Meinung der Kritiker das Verletzen der Persönlichkeitsrechte jeglichen Unterhaltungswert. Man fühlt sich ausspioniert – denn virtuelle Blicke über den Gartenzaun direkt auf die eigene Terrasse sind nicht jedem lieb. Dabei lassen sich im Zeitalter des Web 2.0 auf ganz andere Wege Informationen über den gemeinen Bürger einholen. Und davon scheinen immer mehr auch Gebrauch zu machen.

So sind laut einer repräsentativen Umfrage des Immobilienportals Immowelt viele Deutsche neugierig, was für Personen in ihrer Umgebung wohnen. Jeder Siebte hat demnach den Namen eines Nachbarn schon einmal bei Google, Facebook oder anderen Social-Media-Plattformen eingegeben, um mehr über ihn zu erfahren. Unter jungen Menschen von 18 bis 29 ist sogar jeder Fünfte neugierig. 11 Prozent aller Befragten interessierte dabei der Umfrage zufolge nur, mit wem sie Tür an Tür wohnen, während immerhin 4 Prozent angaben, mit dem Nachbarn schon längst auf Facebook befreundet zu sein. Auch hier sind die Jüngeren – wenig überraschend – aktiver: Unter ihnen pflegen 8 Prozent eine Facebook-Freundschaft mit ihrem Nachbarn.

Dass die Internet-Aktivität mit zunehmendem Alter sinkt, ist nicht verwunderlich. Immerhin 10 Prozent der von Immowelt Befragten ab 50 und 3 Prozent der Über-60-Jährigen haben eigenen Angaben zufolge bereits über ihren Nachbarn im Internet recherchiert. Die Sorge, von jedermann ausspioniert zu werden, scheint jedoch unbegründet – die Neugier der Deutschen kennt Grenzen. So gaben 26 Prozent der 1.042 befragten Personen an, dass ihre Nachbarn sie nicht interessierten, 60 Prozent meinten sogar, deren Leben gehe sie nichts an.


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