Tornado über Hessen richtet Millionenschäden an

24. August 2010 | von

Heftige Tornados fegten gestern über mehrere hessische Ortschaften. Was bleibt sind Schäden in Millionenhöhe und die Frage der Betroffenen, ob Versicherungen für die Reparaturkosten aufkommen.

Umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer und zerstörte Autos: Im mittelhessischen Dorf Lumda hat ein Tornado gestern schwere Schäden angerichtet. Menschen und Tiere wurden nicht verletzt, die durch das Unwetter verursachten Schäden schätzt die Polizei in Gießen Medienberichten zufolge jedoch auf mehrere hunderttausend Euro. Zehn Gebäude wurden komplett abgedeckt, 44 weitere Häuser und Scheunen ebenfalls leicht bis schwer beschädigt. Feuerwehr und THW waren mit mehr als 100 Kräften im Einsatz.

Das 673-Seelen-Dorf war dabei nicht der einzige vom launischen Wetter betroffene Ort. Auch im etwa 70 Kilometer entfernten Schlüchtern sorgte der Tornado für zahlreiche abgedeckte Häuser. Hier waren Feuerwehr, Hilfswerk und Rettungsdienste von 20.00 Uhr bis nach Mitternacht im Einsatz. Wie hoch der Gesamtschaden in der Kleinstadt ist, wird bisher nur vermutet – eine Summe im Millionenbereich ist denkbar. Und auch in anderen hessischen Regionen meldete die Polizei starke Unwetter. So liefen in Fulda durch heftige Regenfälle einige Keller voll, während in Südhessen Gullydeckel hochgedrückt wurden.

Wie es weiter geht, nachdem ein solches Unwetter in unseren geographisch eigentlich eher harmlosen Gefilden Schäden an Haus und Hof angerichtet hat, ist nicht immer klar. Betroffenen stellt sich die Frage, ob sie finanziell selbst für Reparaturen aufkommen müssen oder eine Versicherung die Kosten übernimmt. Generell gilt: Wer eine Wohngebäudeversicherung abgeschlossen hat, muss sich keine Sorgen machen. Diese kommt für Schäden durch einen Sturm ab einer Windgeschwindigkeit von 8 Bft (12 Bft = Orkan) auf, was etwa 62 km/h entspricht. – ein Tornado kann schnell auf ein Vielfaches dieser Geschwindigkeit kommen.

Bei wem ein derartiger Sturm das ganze Dach abgedeckt und auf diese Weise auch Schäden im Inneren des Hauses angerichtet hat, greift die Hausratversicherung, bei der derselbe Schwellenwert gilt wie bei der Wohngebäudeversicherung. Genauso verhält es sich mit der Kfz-Versicherung: Sie kommt für Schäden auf, die durch das Unwetter am Auto entstanden sind.

Was für Betroffene jedoch ganz wichtig ist: schnell handeln und die Schäden bestmöglich mit Fotos oder Videos dokumentieren. Auch ein von Nachbarn aufgesetztes Schadenprotokoll kann helfen. Die zuständigen Versicherungen sollten so schnell wie möglich informiert werden, denn es kann bis zu drei Wochen dauern, bis der Schadensfall bearbeitet und über die Leistung entschieden ist. Wenn es noch länger dauert, besteht zumindest der Anspruch auf eine Abschlagszahlung, gleichzeitig aber auch die Schadenminderungspflicht. Wenigstens kleinere Reparaturen am Dach sollten vorgenommen werden, damit in der Zwischenzeit nicht noch weitere Schäden entstehen.


Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0
Dieser Beitrag wurde unter Allgemeines abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title="" rel=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>