Gas: etliche Anbieter drehen an der Preisschraube

25. August 2010 | von

Für Gasnutzer könnte die nächste Heizperiode teuer werden. Etwa jeder zehnte Gasversorger plant, die Preise für den Brennstoff zu erhöhen, wie das Verbraucherportal Toptarif mitteilte. Es drohen jährliche Mehrkosten von bis zu 238 Euro.

Das Aufdrehen der Heizung könnte für Millionen Haushalte Jahr demnächst teurer werden. Einem Bericht des unabhängigen Verbraucherportals toptarif.de zufolge planen insgesamt 74 Gasversorger für den kommenden Herbst eine Erhöhung der Tarife um bis zu 19,2 Prozent. Damit würde etwa jeder zehnte Grundversorger die Preise erhöhen.

Bis zu 238 Euro Mehrkosten jährlich

Eine vierköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh Gas müsste bei einer durchschnittlichen Verteuerung des Gaspreises um 8,9 Prozent im Schnitt mit jährlichen Mehrkosten von 115 Euro rechnen, bei der maximal angekündigten Tariferhöhung wären es sogar bis zu 238 Mehrkosten.

Während Kunden der Großversorger E.ON und EnBW derzeit noch aufatmen können, weil diese noch keine Preiserhöhungen angekündigt haben und auch RWE zumindest bis zum Ende des Jahres nicht an der Preisschraube dreht, müssen sich die Kunden der Berliner GASAG auf höhere Preise einstellen. Auch Verbraucher in Karlsruhe, Ulm, Wiesbaden, Oberhausen, Saarbrücken und Wolfsburg müssen mit deutlichen Erhöhungen rechnen.

Etliche Anbieter senken die Preise

Allerdings zeigen die Gaspreise keine einheitliche Entwicklung. Nach Angaben von Toptarif haben 40 Unternehmen u.a. in Bielefeld, Bayreuth, Jena und Baden-Baden angekündigt, die Preise in den nächsten Monaten um bis zu 17,2 Prozent zu senken. Die deutlich unterschiedlichen Preisentwicklungen gehen auf unterschiedliche Einkaufsstrategien der Versorger zurück.

„Während die Unternehmen im Zuge von Preiserhöhungen in der Regel mit einem verstärkten Anpassungsdruck durch die Ölpreise argumentieren, verweisen viele Versorger, die jetzt ihre Preise senken, darauf, dass sie in der Lage waren, Gas zu günstigeren Bezugskosten zu beschaffen“, erklärt Thorsten Bohg von toptarif.de die eklatanten Unterschiede bei der Preisentwicklung.

Mittel- und Langfristig zeigt der Preistrend beim Gas allerdings nach oben, was nach Ansicht von Bogh auf anhaltend hohe Preis für Roh- und Heizöl sowie die Erholung der Weltwirtschaft zurückzuführen ist. Spätestens mit Anfang des nächsten Jahres werde es wieder flächendeckende Preiserhöhungen geben.
Betroffene Verbraucher können neben einer Anpassung des Heizverhaltens auch Geld sparen, indem sie sich einen neuen und günstigeren Gasversorger suchen.


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2 Kommentare zu Gas: etliche Anbieter drehen an der Preisschraube

  1. Welch ein Gasroulette. Da steigts, dort sinkts und Transparenz ist ein Fremdwort.
    Bleibt nur das Hoffen, dass der kommende Winter nicht dem vergangenen ähnelt.
    Grüße aus Wiesbaden

  2. Pingback: Preiserhöhungsklausel bleibt unwirksam: Karlsruhe stärkt Gaskunden den Rücken – RP ONLINE | Chatten Karlsruhe

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