Prozess gegen Immobilienbetrüger: Über 100 Schrottimmobilien verkauft

25. August 2010 | von

Wegen Handels mit Schrottimmobilien zu überteuerten Preisen stehen seit Dienstag 14 Angeklagte vor Gericht. In mehr als 100 Fällen sollen sie jahrelang wertlose Häuser verkauft und Banken um mehrere Millionen betrogen haben.

Es ist ein Gerichtsverfahren im großen Stil: 14 Angeklagte stehen seit Dienstag vor dem Landgericht Frankfurt am Main. Vorgeworfen wird ihnen Betrug und Urkundenfälschung in insgesamt 106 Fällen. Laut der klagenden Staatsanwaltschaft Darmstadt sollen zwischen 2003 und 2008 von Maklern und Notaren wertlose Immobilien für überhöhte Preise verkauft und gleichzeitig eine Finanzierung vermittelt worden sein, wofür sie bei Banken unter Vorlage falscher Unterlagen überhöhte Darlehen erschwindelten.

Die Angeklagten sollen Medienberichten zufolge über Jahre hinweg so gut wie wertlose Häuser vor allem in Ostdeutschland überteuert an Kreditsuchende verkauft haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft grenzt die Vorgehensweise an Bandenkriminalität. Vor dem Kauf hatte man den Interessenten wahrheitswidrig versichert, dass sie mit den Mieteinnahmen aus den Objekten die benötigten Kredite unkompliziert in Raten wieder zurückzahlen könnten. Diese Kredite vermittelten die Betrüger gleich mit; dazu fälschten sie Bonitätsnachweise und notarielle Urkunden über den Wert der Immobilie und legten sie diversen Banken vor. Ob diese eine Mitschuld trifft, ist noch nicht geklärt, die Kläger glauben jedoch, dass sie bezüglich der Betrugsfälle ahnungslos waren.

So wurden im Gegenteil 23 Banken und Sparkassen um 14 Millionen Euro betrogen – doch immerhin hätte es mehr sein können: Insgesamt waren von den jetzt Angeklagten Kredite in Höhe von 25 Millionen Euro nachgefragt worden. Der Prozess musste vom Landgericht Darmstadt jetzt wegen der großen Zahl der Angeklagten aus Platzgründen im großen Schwurgerichtssaal des Frankfurter Justizzentrums durchführen. Und auch der war mit den 32 bis 62 Jahre alten Angeklagten sowie ihren etwa 40 Verteidigern gut gefüllt. Die Schwere des Falls war dabei deutlich: Mehrere Stunden dauerte es, bis die Verlesung der Anklageschrift abgeschlossen war.

Die Hauptangeklagte ist eine 44-jährige Geschäftsfrau aus dem Raum Hanau, die angeblich an 97 der angeklagten Fälle beteiligt war. Sie hatte Kleinanzeigen aufgegeben, auf die sich zahlreiche Interessenten gemeldet hatten, die einen Kleinkredit wollten, bei ihrer Bank allerdings als nicht kreditwürdig galten. Der Plan, eine wertvolle Immobilie zu erwerben, um damit den Kredit bei der Bank abzusichern, schien attraktiv – dass es sich bei den Häusern um nichts weiter als wertlose Schrottimmobilien handelte, stellte sich erst im Nachhinein heraus.


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