München: Mieten ziehen in bisher günstigen Vierteln stark an

3. September 2010 | von

München Wohnungsmarkt bleibt weiterhin das teuerste Pflaster in Deutschland. Zu dieser wenig überraschenden Erkenntnis kommt das Wohnungsbarometer 2010 des Münchener Referats für Stadtplanung und Bauordnung. Neu ist allerdings, dass die Mieten nur moderat gestiegen sind.

Wer in München eine Wohnung mieten möchte, muss nach wie vor tief in die Tasche greifen. Für einen Erstbezug mussten im Jahr 2010 durchschnittlich 13,22 Euro je Quadratmeter gezahlt werden, 55 Cent mehr als im Vorjahreszeitraum. Wiedervermietungen wurden um Schnitt um 13 Cent teurer und schlagen nun mit 12,11 Euro/Quadratmeter zu Buche. Mit circa einem Prozent war die Verteuerung der Mieten für Münchener Verhältnisse zwar relativ gering, im Vergleich mit anderen Großstädten wie Stuttgart, Köln und Frankfurt am Main bleibt die bayerische Landeshauptadt weiterhin die teuerste Metropole Deutschlands.

Einzelne Enwicklungen in München stimmen dennoch nachdenklich. So blieben die Preise vorrangig in den besonders teuren Vierteln der Stadt stabil, während die Mieten in den verhältnismäßig günstigen Gegenden wie Freimann, Fürstenried, Allach-Untermenzing und Aubing stark angestiegen sind. Das Planungsreferat befürchtet, dass immer mehr Münchener durch steigende Preise in Not geraten. Bereits jetzt steigt die Zahl der Münchener, die sich für Sozialwohnungen melden, kontinuierlich an. Vor immer größeren Problemen stehen auch die Studenten in München, da kleine Studentenbuden vergleichsweise teuer und besonders gefragt sind.

Experten befürchten auch für die Zukunft weitere Preissteigerungen. Diese werden zwar aufgrund der Wirtschaftskrise und den damit verbunden Ängsten wie Jobverlust und weniger Umzügen nicht mehr so extrem ausfallen wie in vergangenen Jahren, sich aber dennoch auf knapp einen Euro bis 2015 belaufen. Mit stark steigenden Mieten wird erst wieder gerechnet, wenn „Konjunktur und Arbeitsmarkt auf breiter Front anspringen“.

Für das aktuelle Wohnungsbarometer wurden 6.500 während des zweiten Quartals in der Süddeutschen Zeitung geschaltete Wohnungsanzeigen für fünf verschiedene Wohnungsgrößen in 39 Wohnvierteln sowie acht Landkreise ausgewertet. Allerdings geben die Macher zu bedenken, dass in Zeitungsannocen tendenziell teure Wohnungen angeboten werden und es sich bei den Preisen um Forderungen der Vermieter handelt. Ob diese dann tatsächlich gezahlt werden, steht auf einem anderen Blatt. Als „gute Frühindikatoren“ für die Entwicklung des Wohnungsmarktes taugen sie dennoch, so die Herausgeber.


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