P2 Value wird abgewertet und wiedereröffnet

8. September 2010 | von

Für die Anteilseigner des offenen Immobilienfonds „P2 Value“ gibt es weiterhin keine guten Nachrichten: Das seit knapp zwei Jahren eingefrorene Anlagevehikel hat erneut Teile seines Immobilienbestandes deutlich abwerten müssen. Trotz des drastischen Verlustes ist die Wiedereröffnung für November geplant.

Nach einer Neubewertung – und das bedeutet bei Immobilienfonds derzeit vorrangig Abwertung – von weiteren sieben Immobilien des Bestandes zu Beginn der Woche musste der offene Immobilienfonds „P2 Value“ der US-Stanley Morgan Stanley erneut herbe Verluste hinnehmen. Der Preis eines Fondsanteilsscheines sank infolgedessen um knapp 18 Prozent von 36,48 Euro auf 29,83 Euro. Der Fonds verfügt damit derzeit nur noch über ein Vermögen von 922,8 Mio. Euro.

Für den krisengeschüttelten Fonds war das nicht die erste Abwertung dieser Art. Nachdem der P2 Value wegen hoher Mittelabflüsse infolge der Wirtschafts- und Finanzkrise im Oktober 2008 geschlossen wurde, mussten die Bestände bereits mehrfach abgewertet werden. Alleine seit einer Neubewertung im Juni vergangenen Jahres verloren die Anteile des Fonds knapp 46% an Wert.

Der Horror für Anleger ist noch nicht zu Ende

Für die Anteilseigner könnte es aber noch schlimmer kommen: Das Management rechnet bereits jetzt mit weiteren Abwertungen durch eine Neubewertung von insgesamt acht weiteren Immobilien. Im schlimmsten Fall könnte das Vermögen des Fonds um weitere 11 Prozent auf dann noch 820 Millionen Euro sinken, der Wert der Anteilsscheine wären dann mit 26,60 Euro über 52 Prozent unter der Marke vom Oktober 2008.

Trotz aller Probleme plant das Fondsmanagement eine Wiedereröffnung des Fonds zum 1. November. Mit einem massenhaften Abzug von Anteilen wird dabei nicht gerechnet – stattdessen regiert das Prinzip Hoffnung. „Unabhängige Researchhäuser sehen eine mögliche Belebung der Immobilienwerte besonders in den Märkten, in denen der Fonds aktiv ist“ begründet Chefmanager Walter Klug den Schritt in der „Welt“. „Zudem werde die durchschnittliche Ausschüttungsrendite aus den Mieteinnahmen nach den letzten Abwertungen rund fünf Prozent betragen“ so Krug weiter.

Der P2 Value ist nicht der einzige offene Immobilienfonds mit gravierenden Problemen. Mit dem Degi Europa von Aberdeen und dem US-Grundinvest von KanAm sind zwei weitere Schwergewichte seit Oktober 2008 eingefroren, weitere sieben Fonds anderer Anbieter folgten.


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