Zwangssanierung aus dem Energiekonzept der Bundesregierung gestrichen

24. September 2010 | von

Mit einem neuen Entwurf des Energiekonzepts der Bundesregierung werden Hausbesitzer nun doch nicht zu einer energetischen Sanierung gezwungen werden. Union und FDP haben Bundesumweltministers Röttgens erfolgreich den Wind aus den Segeln genommen.

War vor Kurzem dem Energiekonzept der Bundesregierung zufolge eine Sanierung aller Gebäude auf Nullemissionsstandard bis zum Jahr 2050 geplant, können Hausbesitzer und Mieter mittlerweile aufatmen: der vorgesehene Sanierungszwang wurde aufgehoben. In der Neufassung des Energiekonzeptes heißt es: „Wir wollen Anreize setzen, aber keine Zwangssanierungen anordnen“.

Laut dem Sanierungsplan der Bundesregierung soll die CO2-Emission aller Gebäude bis zum Jahr 2050 nun auch nicht mehr auf Null gesenkt werden. Ein um 80 Prozent verminderter Kohlenstoffdioxidausstoß trage ebenso zur Verbesserung des Klimaschutzes bei.

Ursprünglich sollten Hauseigentümer selber für die entstehenden Sanierungskosten aufkommen, was für viele Eigenheimbesitzer kaum tragbar gewesen wäre. Nach heftiger Kritik der Verbände und der Immobilienbranche wurde nun ein neues Konzept erarbeitet, welches die wirtschaftlichen Folgen des Energiekonzepts mildern soll.

Zudem soll eine Abrissprämie für Eigenheime eingeführt werden, die dann zum Einsatz kommt, wenn es nicht mehr lohnt, alte Häuser energetisch zu sanieren und ein Ersatzneubau deutlich kostengünstiger wäre.
Mit der Abschaffung des Sanierungszwangs werden sowohl Hauseigentümer als auch Mieter finanziell deutlich weniger belastet. Die Bundesvereinigung der Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft (BSI) schätzte zuvor die Sanierungskosten aller Gebäude auf einen Null-Emissionsstandard bis zum Jahr 2050 auf etwa 2,6 Billionen Euro. Besitzer von Mehrfamilienhäusern hätten beispielsweise mit einem finanziellen Aufwand von 680 Euro je Quadratmeter für eine energetische Sanierung rechnen müssen.

Damit die Pläne des Energiekonzeptes auch umsetzbar sind, fordert die deutsche Energieagentur (dena) das Gebäudesanierungsprogramm der KfW Bankengruppe auf jährlich 5 Milliarden Euro auszustocken. Andernfalls lassen sich die Energiesparziele im Gebäudebereich nicht verwirklichen, so die dena. Das Gebäudesanierungsprogramm, mit dem Energieeinsparmaßnahmen an Gebäuden gefördert werden,wurde erheblich gekürzt. Wurden Sanierungsmaßnahmen 2009 noch mit 2,2 Milliarden Euro unterstützt, ist für 2011 nur noch mit 450 Millionen Euro zu rechnen.


Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0
Dieser Beitrag wurde unter Energie abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Kommentar zu Zwangssanierung aus dem Energiekonzept der Bundesregierung gestrichen

  1. Pingback: Harte Zeiten für Stadtwerke | KWB Die Biomasseheizung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.