Bundesländer planen Erhöhung der Grunderwerbsteuer

29. September 2010 | von

Seit der Föderalismusreform von 2006, die Bund und Ländern unter anderem mehr Rechte in der Entscheidungsfreiheit einräumte, dürfen die Bundesländer den Satz für die Grunderwerbssteuer selbst bestimmen. Viele Länder treiben den bisher üblichen Satz von 3,5 Prozent mittlerweile aber in die Höhe, was vor allem Familien den Wunsch nach Wohneigentum deutlich erschwert.

Wer eine Immobilie oder ein Grundstück kaufen möchte, muss ausser dem Kaufpreis auch die sogenannten Kaufnebenkosten einplanen. Diese können nicht nur Notarkosten, Grundbuchamt-Gebühren und Maklerprovisionen beinhalten, sondern auch eine Grunderwerbsteuer. Letztere kann von jedem Bundesland selbst festgelegt werden, alle weiteren Kosten sind deutschlandweit einheitlich geregelt.

Vor der Föderalismusreform galt eine allgemeine Grunderwerbssteuer von 3,5 Prozent, an der inzwischen jedoch nur noch die südlichen Bundesländer Deutschlands festhalten. In der Region München betragen die Kaufnebenkosten mit besagtem Prozentsatz inklusive Maklerprovision und Mehrwertsteuer für eine 250.000 Euro teure Immobilie beispielsweise 21.425 Euro. In Berlin oder Hamburg, die beide die Grunderwerbsteuer inzwischen auf 4,5 Prozent angehoben haben, kostet eine ähnlich teure Immobilie im Vergleich dazu 32.859 Euro und damit deutlich mehr als in Bayern. Auch Sachsen-Anhalt erhöhte im März dieses Jahres die Grunderwerbssteuer, weitere fünf Bundesländer wollen 2011 folgen. Dies berichtete der Immobilienfinanzierungsvermittler Interhyp.

Robert Haselsteiner, Gründer und Vorstand der Interhyp AG, macht auf die Problematik aufmerksam, die höhere Grunderwerbssteuern vor allem für Familien mit sich bringen wird: „Mit diesen Verteuerungen setzen die Bundesländer ein völlig falsches Signal. „Besonders Familien wird es damit noch schwieriger gemacht, sich ihren Wunsch nach privatem Wohneigentum zu erfüllen und damit vernünftige Altersvorsorge zu betreiben.“


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