In NRW werden die Wohnungen knapp

22. Oktober 2010 | von

In Deutschlands größtem Bundesland könnten demnächst die Wohnungen knapp werden. Eine steigende Nachfrage trifft in Nordrhein-Westfalen auf ein stagnierendes Angebot. Damit die Mieten und Kaufpreise zukünftig nicht deutlich anziehen, muss mehr gebaut werden als bisher.
Zwar könnten die Wohnungsfertigstellungen in Nordrhein-Westfalen den Prognosen zufolge erstmals seit Längerem wieder deutlich zulegen – die Experten der LBS-West rechnen mit 34.000 neuen Wohnungen bis Ende 2010, ein Plus von fast 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr und auch die Zahl der Baugenehmigungen nahm zuletzt zu -, allerdings „reicht diese Steigerung bei Weitem nicht aus und ist kein Hinweis für einen zukünftig entspannteren Wohnungsmarkt“, so Dr. Christian Badde, Vorstandsvorsitzender der Landesbausparkasse in Münster. Die Neubautätigkeit müsse weiter deutlich zunehmen, um die anhaltend „steigende Wohnungsnachfrage zu befriedigen“, erklärt Badde.

Das Pestel-Institut bezifferte die benötigten neuen Wohnungen auf insgesamt 40.000 im Jahr. Dafür verantwortlich sei vor allem die zunehmende Zahl an Haushalten in NRW sowie ein hoher Teil an nicht mehr sanierungsfähigen Wohnungen. Auch die demografische Entwicklung mit einem stetig steigende Seniorenanteil an der Gesamtbevölkerung sorgt für neue Ansprüche auf dem Wohnungsmarkt. Barrierefreie Wohnungen, die derzeit noch einen verschwindend geringen Anteil am Wohnungsbestand haben, würden zunehmend wichtiger werden.

Zwar könne nach Ansicht der LBS der Wohnungsbedarf derzeit noch aus dem Bestand gedeckt werden, „die Nachfrage übersteigt in allen Regierungsbezirken aber mittlerweile das Angebot deutlich“, erläutert Badde.
Besonders begehrt seien mittelgroße Wohnungen zwischen 60 und 80 Quadratmetern Wohnfläche, die in den Focus gut verdienender Singles, kleiner Familien, Doppelverdiener und alleinstehender Senioren rücken.

Besonders attraktive Immobilien mit Eigenschaften wie „ruhige Lage, Erdgeschoss oder Aufzug und Balkon, Bad mit Wanne und Tageslicht sowie Stellplatz“ würden dabei gar nicht auf dem regulären Markt auftauchen, sondern gleich von Maklern an bestehende Interessenten weitervermittelt. Die hohe Nachfrage führt in bestimmten Regionen zu teils deutlichen Mietsteigerungen von bis zu 15 Prozent innerhalb von zwei Jahren.
Ein Übriges tun zudem die derzeit günstigen Kaufbedingungen. Niedrige Zinsen, hohe Renditemöglichkeiten und moderate Preise machen die Investition in „Betongold“ besonders attraktiv.


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