IKEA Fertighaus „Boklok“ ein Flop?

28. Oktober 2010 | von

Der schwedische Möbelkonzern IKEA muss den Baubeginn mehrerer Wohngebiete für sein Fertighausprojekt „Boklok“ verschieben. Simpler Grund: Kaum jemand möchte die Reihen- und Mehrfamilienhäuser nach der scharfen Kritik von Stiftung Warentest noch kaufen.

Rückschlag für den erfolgsverwöhnten IKEA-Konzern: Der schwedische Möbelriese hat arge Probleme, sein ambitioniertes Fertighausprojekt „Boklok“ in Deutschland an den Mann zu bringen. Zwei der anfänglich vier geplanten Baugebiete würden derzeit auf Eis liegen, ein genauer Baubeginn könne nicht genannt werden, erklärte die IKEA-Unternehmenssprecherin Sabine Nold auf Nachfrage. Konkret handelt es sich dabei um die Projekte in Hofheim-Langenhain und Nürnberg. In Offenbach und Wiesbaden-Auringen werde zwar gebaut, die Reihen- und Mehrfamilienhäuser seien aber auch dort noch nicht komplett verkauft, wie es hieß.

Dabei hatte das bereits in anderen Ländern erfolgreich angelaufene Boklok („Wohn Gut“) auch in Deutschland einen guten Start. Die Anfang des Jahres vorgestellten Pläne fanden ein so großes Echo, dass der Möbelbauer potentielle Interessenten per Los ermitteln wollte. Das war anfangs sogar notwendig, da tausende Menschen die Musterhäuser stürmten, um gut und günstig wohnen zu können. Dass ein halbes Jahr später anscheinend doch kaum jemand wirklich zugreifen möchte, liegt wohl auch an der vernichtenden Kritik der Stiftung Warentest. Die Verbraucherorganisation listete eine Reihe von schwerwiegenden Mängeln bei „Boklok“ auf. Das Gebäude selber weise eklatante Mängel bei Schallschutz und Wärmedämmung auf, im Kaufvertrag enthaltene Formulierungen wurden wenig charmant als „Knebelklauseln“ bezeichnet.

Zwar bemühten sich Boklok und der mit dem Bau der Häuser beauftragte Hersteller Bien-Zenker, die Kritik zu kontern – doch der Schaden war offenbar bereits angerichtet. Jetzt werte man die Rückmeldungen der Kunden aus und sei in einer „Überprüfungsphase“, so Unternehmenssprecherin Nold. Frühestens zur Jahreswende könne man Details zum weiteren Vorgehen nennen, so Nold weiter. Auf das Losverfahren werde man zukünftig allerdings verzichten. Vielleicht, weil es einfach nicht mehr notwendig ist…


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