Zensus 2011 soll aktuellen Wohnungsbestand klären

4. November 2010 | von

Derzeit wird in Deutschland heftig debattiert, wie der Wohnbestand energetisch auf Vordermann gebracht werden soll – dabei ist nicht mal klar, wie viele Wohnungen es überhaupt in Deutschland gibt. Die letzten Zahlen datieren auf die letzte Volkszählung – und die ist bereits 23 Jahre her. Mit dem Mikrozensus 2011 sollen die Statistiken nun auf den neuesten Stand gebracht werden.

In Westdeutschland wurde 1987 zum letzten Mal die Einwohnerzahl erfasst, in der ehemaligen DDR bereits sechs Jahre zuvor. Die DDR gibt es seit 20 Jahren nicht mehr und auch in der Bundesrepublik gab es einige Veränderungen. Die Unklarheit über die genaue Einwohnerzahl könnte daher zu einem Wohnungsmangel bzw. zu einem kostspieligen Überangebot führen, da der tatsächliche Bedarf an Wohnungen derzeit ungewiss ist. Obwohl seit den letzten Volkszählungen nur Neubauten und Abrisse erfasst wurden, gebe es aber „keine verlässlichen Zahlen darüber, wie viele kleinere Wohnungen zu größeren zusammengelegt – oder wie viele größere Wohnungen in kleinere unterteilt oder gar abgerissen wurden“, kommentiert Michael Voigtländer vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln den Informationmangel gegenüber welt.de.

Mit der europaweiten Volksbefragung „Zensus 2011“ sollen neben der aktuellen Einwohnerzahl Deutschlands auch einige aussagekräftige Informationen zum Wohnungs- und Gebäudebestand sowie zu Bildung und Erwerbstätigkeit ermittelt werden. Die Ergebnisse der Volksbefragung werden zudem auch die Grundlage für zahlreiche Analysen oder politischer und wirtschaftlicher Konzeptionen sein, so zum Beispiel für die Infrastruktur- oder Städteplanung.

Bei der Volkszählung werden bis zum 9.Mai 2011 etwa 17,5 Millionen Immobilienbesitzer auf dem Postweg sowie weitere zehn Prozent der deutschen Bevölkerung durch Interviews befragt. Die Statistikämter verschicken bereits jetzt entsprechende Fragebögen, um alle Immobilieneigentümer ermitteln zu können. Dabei handele es sich jedoch lediglich um eine Vorbefragung, wie Annette Pfeiffer vom Statistischen Bundesamt gegenüber welt.de versichert.

Dass es in Deutschland überhaupt so lange Zeit keine Volkszählung gab, hängt hauptsächlich mit den heftigen Widerständen der letzten Befragung aus dem Jahr 1987 zusammen. Diese fast drei Jahrzehnte lange Unklarheit stellt vor allem auch für Stadtplaner ein großes Problem dar, da es keine genauen Angaben über Wohnungsangebot und Nachfrage gibt, bestätigt auch Annett Olbrisch, Referatsleiterin Zensus 2011. Damit vor allem in den großen Metropolen der Wohnraum entsprechend geplant werden kann, ist es unbedingt notwendig, den Bestand an Wohnungen in den Städten und Kommunen genau zu kennen. „Wenn es in einer Großstadt in einigen beliebten Teilmärkten zu wenig Wohnungen gibt, dafür aber in den Randlagen und im Umland bereits hohe Leerstände existieren, können großvolumige Neubauvorhaben in einem finanziellen Desaster für alle Wohnungsanbieter münden“, bestätigt auch Immobilienanalyst Tobias Just.


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Ein Kommentar zu Zensus 2011 soll aktuellen Wohnungsbestand klären

  1. lange. horst sagt:

    ich bin 1979 ins eigene haus eingezogen ( neubau ). jetzt will man von mir wissen, was das bauamt damals genehmigt haben? die haben wohl eine meise. im einwohnermeldeamt sind die personen, die im hause leben auch bekannt. wofür gibt computer, oder haben die beamten nur geschlafen.

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