Wohnungsbau: Mehr Sozialwohnungen für Hamburg

8. November 2010 | von

Hamburg verzeichnet in diesem Jahr einen leichten Aufwärtstrend beim sozial geförderten Wohnbau. Die günstigen Wohnungen sind angesichts der explodierenden Mieten allerdings ein Tropfen auf den heißen Stein, denn in den nächsten Jahren fallen knapp 40.000 Wohnungen aus der Sozialbindung.

Wohnungen in Deutschlands Metropolen sind begehrt und teuer. Für einkommensschwache Haushalte ist das ein Problem: nach günstigen Wohnungen muss lange gesucht werden – oft erfolglos. In Hamburg soll sich dies nun ändern, entsprechend viele Anträge liegen der hamburgischen Wohnungsbaukreditanstalt bereits vor.

Mit derzeit insgesamt 1145 Anträgen für neue Sozialwohnungen ist „im öffentlich geförderten Wohnungsbau in diesem Jahr ein leichter Aufwärtstrend zu verzeichnen“, kommentiert Wohnungskreditanstalt-Sprecherin Meike Kirchner die hohe Zahl der Anträge dem Hamburger Abendblatt. Für Jung und Alt sollen künftig im gesamten Gebiet der Hansestadt neue Wohnungen entstehen, so Kirchner. Im letzten Jahr wurden insgesamt 1096 Anträge für öffentlich geförderte Mietwohnungen bewilligt, in diesem Jahr sollen mindestens 1235 Anträgen stattgegeben werden. Die Dringlichkeits- sowie Wohnberechtigungsscheine, die für den Bezug einer öffentlich geförderten Wohnung nötig sind, werden von den zuständigen Bezirksämtern vergeben. Die Nettokaltmiete darf je Mietwohnung 5,70 Euro pro Quadratmeter betragen, so berichtet das Hamburger Abendblatt.

Für eine öffentlich geförderte Mietwohnung dürfe die Miete jeweils im Zweijahresrhythmus maximal um 30 Cent je Quadratmeter erhöht werden. Diese auch als Sozialbindung bezeichnete Regelung gilt im Normalfall für 15 Jahre. Da in den nächsten Jahren die Sozialbindungen für Wohnungen verstärt auslaufen, wird sich der Bestand an Sozialwohnungen von derzeit 98.000 auf 57.000 Wohnungen reduzieren. „Diese Entwicklung ist dramatisch. Da reicht es bei Weitem nicht aus, wenn Jahr für Jahr etwa 1000 neue Sozialwohnungen gebaut werden. Wir benötigen mindestens 2000 öffentlich geförderte Neubau-Wohnungen pro Jahr“, bekräftigt auch Andy Grote gegenüber dem Hamburger Abendblatt die Dringlichkeit des Wohnungsmangels. Der SPD–Stadtentwicklungsexperte fordert vor allem in Vierteln wie das Schanzenviertel oder St. Pauli mehr Wohnungen für Geringverdiener. Gerade dort seien Mieterhöhungen und Verdrängungsprozesse keine Seltenheit.


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