Internet stellt klassische Baufinanzierer vor neue Herausforderungen

10. November 2010 | von

Finanzierungsportale wie Interhyp oder Baufi24 mischen den Markt für Baufinanzierungen mächtig auf. Alteingessene Banken wie die Sparkasse verlieren zwar derzeit noch kaum Kunden, müssen sich aber der Konkurrenz durch bessere Vergleichmöglichkeiten erwehren – und Provisionen für die Portale einplanen.

Immobilien boomen – und die Finanzierung dazu auch. Kaum ein Immobilienexperte, der in den letzten Jahren nicht die sensationellen Bedinungen für den Kauf eines Hauses oder einer Eigentumswohnung gepriesen hat: Die Preise seien günstig, die Rendite zumindest in guten Lagen stabil und auch die Zinsen für Finanzierungen waren auf einem historischen Tiefststand.

Da wohl nur die wenigsten das nötige Kleingeld für den Kauf einer Immobilie direkt auf dem Konto liegen haben, erleben Baufinanzierungen – und dabei speziell Hypothekendarlehen – derzeit einen wahren Höhenflug. So hat eine kürzlich durchgeführte Forsa-Umfrage gezeigt, dass immer mehr Menschen in Deutschland Immobilienkredite aufnehmen. Mit 40 Prozent war die Zahl derer, die sich eine Baufinanzierung leisten können, deutlich höher als noch vor einem Jahr. Dabei gilt insbesondere das Hypothekendarlehen als besonders geeignete Form der Immobilienfinanzierung.

Doch nicht nur die Zustimmung zu Finanzierungen hat sich geändet – auch das Finanzierungsverhalten der Verbraucher ist einem Wandel unterzogen. So sind Baufinanzierungskunden einer Studie der „Investors Marketing“ zufolge nicht nur so preissensibel wie nie zuvor, sie tendieren auch zunehmend zu mehreren Finanzierungsanbietern. Die alten Zeiten, als sich Kunden praktisch ein Leben lang an einen Finanzierer gebunden haben, sind anscheinend vorbei. Einen großen Anteil an der neuen Flexibilität können sich dabei Vergleichsportale im Internet zuschreiben – denn klassische Qualitätsmerkmale wie Vertrauen zum Berater (10 Prozent), guter Service (7 Prozent) und Qualität der Beratung (6 Prozent) rangieren bei den Befragten deutlich hinter der Höhe der Zinsen, die für 58 Prozent entscheidend sind.

„Baufinanzierer sind auch zunehmend bereit, neuen Anbietern wie etwa Direktbanken den Vorzug vor ihrer Hausbank zu geben“, kommentierte Dr. Oliver Mihm, Vorstandschef der auf den Finanzmarkt spezialisierten Unternehmensberatung Investors Marketing, das Ergebnis der Kundenumfrage. Der verstärkte Wettbewerb stellt viele auf die klassische Baufinanzierung spezialisierte Banken vor arge Probleme.

Speziell der Platzhirsch Sparkasse, der mit einem derzeiten Anteil von 29 Prozent bei den privaten Baufinanzierungen die Marktführerschaft inne hat, muss sich den veränderten Bedingungen stellen und um die sich zunehmend emanzipierenden Kunden kämpfen. Kooperationen mit Vergleichsportalen wie Interhyp und eigene Internetauftritte sind dabei praktisch zwingend – auch wenn das bedeutet, dass für den zwischengeschalteten Vermittler Provisionen fällig werden. Eine gedrückte Gewinnmarge ist dabei aber eher zu verschmerzen als ein Kundenschwund.


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2 Kommentare zu Internet stellt klassische Baufinanzierer vor neue Herausforderungen

  1. BKM sagt:

    Es ist toll, dass sich immer mehr Menschen für die Baufinanzierung entscheiden. Trotz allem sollte man die verschiedenen Anbieter vergleichen, denn die unterschiedlichen Zinssätze können schwanken. Dabei ist es empfehlenswert einen festen Zinssatz zu wählen, um das Kredit langfristig abzahlen zu können.

  2. Altaira sagt:

    Es wird dringend Zeit, dass die arroganten Sparkassen mal Ihr Geschäftsgebaren überdenken müssen!

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