Giftige Dämpfe: Energiesparlampen als Gesundheitsrisiko

3. Dezember 2010 | von

Gehen Energiesparlampen zu Bruch, kann es zu einer deutlich erhöhten Quecksilberkonzentration in der Raumluft kommen. Verbraucher sollen daher vorsichtig sein und ausreichend lüften, rät das Umweltbundesamt. Kurzfristig werden für sensible Räume wie Kinderzimmer bruchsichere Lampen empfohlen, langfristig sollen Glühbirnen ganz ohne Quecksilber auskommen.

Energiesparlampen verbrauchen zwar deutlich weniger des immer teurer werdenden Stroms als klassische Glühlampen, haben aber einen gravierenden Makel: Um zu funktionieren, benötigen sie geringe Mengen des giftigen Schwermetalles Quecksilber. Was schon bei der fachgerechten Entsorgung im meist weit entfernten Wertstoffhof Probleme macht, potenziert sich, sobald eine Lampe im Haushalt zu Bruch geht. Dann gelangt das Quecksilber in die Raumluft – in einer Konzentration, die 20-fach über dem Richtwert liegt. Das ergab eine Stichprobe des Umweltbundesamtes mit zwei Lampen von Markenherstellern.

Das „worst case“ Szenario ergab, das die Konzentration des Quecksilbers einem Meter über dem Fußboden sowohl kurz nach dem Zerbrechen also auch fünf Stunden später für Schwangere, kleine Kinder und empfindlichen Personen zu gesundheitlichen Problemen führen könne, falls die Bruchstücke nicht entsorgt werden.

Lampenmüll entfernen und Lüften hilft

Um die Konzentration des Quecksilbers in der Raumluft entscheidend zu senken, sollen zerbrochene Lampenteile schnell beseitigt und der betroffene Raum intensiv gelüftet werden. Um solche Probleme bereits im Vorfeld zu vermeiden, empfiehlt das Amt vor allem in sensiblen Bereichen wie Kinderzimmern, Schulen oder Sporthallen den Einsatz von bruchsicheren Energiesparlampen oder Alternativen, die gänzlich ohne Quecksilber auskommen. Dazu zählen Halogenlampen oder moderne LED-Technik.

„Das Quecksilber ist die Achillesferse der Energiesparlampen. Daher brauchen wir mittelfristig eine Lampentechnik, von der keine Quecksilberbelastung ausgeht“, fordert UBA-Präsident Jochen Flasbarth. Die „Energieeinsparung von bis zu 80 Prozent gegenüber Glühbirnen“ sei richtig und notwendig, die Vorteile der energiesparenden Technik müssen einhergehen mit sicheren und gesundheitlich unbedenklichen Produkten, so Flasbarth weiter. Die EU solle daher Anreize zu einer weiteren Verbreitung von quecksilberfreier Lampentechnik setzen.

Schwierige Entsorgung unzumutbar

Die derzeitige Praxis der Entsorgung ausgedienter Energiesparlampen in Sammelstellen der Städte und Gemeinden hält der UBA-Präsident in den meisten Fällen als „nicht zumutbar“. Man könne von den Bürgern nicht erwarten, für eine einzelne Lampe weite Strecken zurückzulegen. Der Handel solle deshalb „ein einheitliches und flächendeckendes Rücknahmesystem“ einrichten, um die schnelle und sichere Entsorgung zu sichern.


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2 Kommentare zu Giftige Dämpfe: Energiesparlampen als Gesundheitsrisiko

  1. Pingback: Energiesparlampen wegen Quecksilber extrem gesundheitsschädlich – EU-Verordnung ignorieren! – Infokrieg.info

  2. Bruno sagt:

    Bravo

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