IVD-Mietpreisspiegel: Mieten steigen weiterhin

6. Dezember 2010 | von

Wohnungssuchende mussten 2010 deutlich mehr für Wohnungen berappen als noch im Jahr zuvor. Besonders drastisch fiel die Preissteigerung in Deutschlands Großstädten aus. Dort sorgt der anhaltende Zuzug für ein immer knapper werdendes Wohnungsangebot.

Wer 2010 auf der Suche nach einer neuen Wohnung war, musste für die Miete in den meisten Gegenden Deutschlands mehr zahlen als noch ein Jahr zuvor. Das geht aus einer Analyse des Immobilienverbands Deutschland (IDV) hervor, die jetzt teilweise in der Zeitung „Die Welt“ veröffentlicht wurde. Bundesweit stellte der IDV einen Mietanstieg von 2,5 Prozent bei Neuvermietung in Neubauten fest. Die Gründe für diesen Preisanstieg sind dem IDV-Vizepräsidenten Jürgen Michael Schick klar: „Seit über einem Jahrzehnt nimmt die Neubautätigkeit kontinuierlich ab, das aktuelle Mietpreiswachstum ist die logische Konsequenz“, erläuterte er der „Welt“.
Aber nicht nur bei den Neubauten lässt sich ein Mietpreisanstieg feststellen. Die Analyse belegt, dass es in allen Wohnungs-Kategorien eine Tendenz zur steigenden Preisen gibt. Es zeichnet sich aber deutlich ab, dass diese Preissteigerungen in den Großstädten besonders heftig ausfallen, da es hier momentan eine große Zuwanderung gibt.

Mussten Mieter 2009 für eine Vorkriegswohnung mit einfachem Wohnwert noch 3,90 Euro zahlen, so sind es dieses Jahr schon vier Euro, wenn man von einer Drei-Zimmerwohnung mit 70 Quadratmetern ausgeht.
Ähnlich hoch sind die Preise auch in den Städten mit 200.000 bis 300.000 Einwohnern. Auch hier ist nach Angaben der IDV ein kontinuierlicher Preisanstieg zu beobachten. „Während es im vergangenen Jahr zuerst in den Großstädten höhere Mieten über alle Lagen und Baualtersklassen gab, hat der Anstieg in diesem Jahr nun auch die Mittelstädte erfasst, wo es noch einen gewissen Nachholbedarf gegeben hat“, erläuterte Schick der „Welt“.

Für eine Mietwohnung muss man zum Beispiel in Halle an der Saale mit 5,50 Euro pro Quadratmeter rechnen, in Erfurt sind es momentan 6 Euro und in Wiesbaden bereits 7,70 Euro pro Quadratmeter. In mittelgroßen Städten und einem mittleren Wohnwert geht der IDV bei seiner Analyse von einem gesamten Preisanstieg von 6,78 Euro auf 7,05 Euro, aus.

Nach Schicks Angaben liegt die Mietpreiserhöhung in allen Kategorien und Stadtgrößen aber nicht nur an der Zuwanderung in die Großstädte und der fehlenden Neubautätigkeit. „Ein Hauptgrund insgesamt ist die Zunahme der Haushalte, die Singularisierung der Gesellschaft, wodurch mehr Wohnungen nachgefragt werden“, merkte er gegenüber der „Welt“ an.

Mit einer Umkehr des Mieterhöhungstrendes ist unterdessen nicht zu rechnen. Der kontinuierliche Anstieg der Mieten wird sich nach Ansicht des IVD mindestens bis 2012 fortsetzen.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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