Bausparkassen rechnen 2011 mit steigendem Wohnungsneubau

7. Dezember 2010 | von

Nach einem leichten Aufwärtstrend in diesem Jahr sollen im nächsten Jahr wieder deutlich mehr Wohnungen genehmigt werden. Der Baufinanzierer LBS prognostiziert ein Plus der Baugenehmigungen von 12 Prozent gegenüber 2010. Der Aufschwung der Fertigstellungen wird dagegen noch ein wenig auf sich warten lassen.

In Sachen Baugenehmigungen für Wohnbauten hat Deutschland zuletzt äußerst dürre Zeiten hinter sich. Zwischen 2007 und 2009 summierte sich die Zahl der genehmigten Wohneinheiten auf jährlich knapp 180.000. Erst in diesem Jahr notierten die Landesbausparkassen einen leichten Aufwärtstrend um acht Prozent auf 192.000 genehmigte Wohneinheiten.

Damit soll es auch im nächsten Jahr weitergehen. Für das Jahr 2011 prognostiziert der LBS-Verbandsdirektor Hartwig Hamm ein anhaltendes Wachstum um 12 Prozent auf 215.000 Genehmigungen. Das sei auch dringend notwendig, so Hamm, denn „nach Auskunft unserer Immobilienexperten sind bei den Gebrauchtobjekten die Zeiten des üppigen Angebots zu Ende“. Viele hätten die derzeit günstigen Immobilienpreise sowie niedrige Hypothekenzinsen genutzt, um in Wohneigentum zu investieren.

Auch wenn die Talsohle beim Wohnungsbau durchschritten scheint, gibt es vorerst keine Entwarnung für die angespannten Haus- und Wohnungsmärkte in etlichen Städten. Traditionell folgen erhöhte Fertigstellungszahlen den Genehmigungen nur mit einer zeitlichen Verzögerung. Mit Fertigstellungszahlen oberhalb der 200.000er Marke sei deshalb erst ab dem Jahr 2012 zu rechnen. Zum Vergleich: der absolute Minusrekord wurde 2009 mit 159.000 fertiggestellten Wohnungen aufgestellt.

Angesichts steigender Haushaltszahlen liegt der Wohnungsbau in Deutschland deutlich unter dem Bedarf. Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass die Bundesrepublik in Sachen Neubau Schlusslicht in Europa ist: Auf 1.000 Einwohner kommen gerade einmal zwei neu gebaute Wohnungen. In fast allen anderen Nachbarländern liegt die Neubauquote mindestens doppelt so hoch, in der Schweiz ist sie sogar viermal so hoch.

Vielerorts werden Immobilien in Deutschland deshalb bereits heute knapper und teurer, so der LBS-Sprecher. Dies sei angesichts des deutlich hinter dem Bedarf zurückbleibenden Wohnungsbaus auch kein Wunder, betonte Hamm. Mit dem Wirtschaftschaftswachstum und den aufhellenden Beschäftigsperspektiven mache sich die wachsende Nachfrage auch ausserhalb der wirtschaftlich starken süddeutschen Ballungsräume bemerkbar.


Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0
Dieser Beitrag wurde unter Bauen abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.