Mieten in Köln ziehen weiter an

10. Dezember 2010 | von

Die Mieten in Köln werden immer teurer: Zu diesem wenig überraschenden Fazit kommt der neueste Mietspiegel der Domstadt. Besonders die Mietpreise für kleinere und ältere Wohnungen sind überproportional gestiegen.

Vom Kölner Immobilienmarkt hört man ja so einige Horrorgeschichten – und besser wird es wohl kaum werden, wenn man den Zahlen des neuen Mietspiegels der „Rheinischen Immobilienbörse“ glauben schenken darf. Demnach hat sich die Lage in den letzten beiden Jahren nochmals verschärft.

Zu leiden haben besonders Mieter kleinerer Wohnungen mit einer Wohnfläche bis zu 40 Quadratmetern in mittleren Wohnlagen. Deren Mieten sind innerhalb von zwei Jahren um 4,6 Prozent gestiegen und rangieren inzwischen bei 10 Euro/m² – und die Nebenkosten sind dabei noch nicht enthalten.

Richtig günstig zu haben sind in Köln nur Wohnungen in einfacher Wohnlage, die vor 1961 gebaut wurden und über 120 m² groß sind. Wer auf solchen Luxus wie eine Heizung verzichten kann, kann in solchen Wohnungen schon für durchschnittlich 3,45 Euro/ m² wohnen. Mittelgroße Wohnungen mit 80 Quadratmetern Wohnfläche in mittlerer Lage und einem Baujahr zwischen 1976 und 1989 kosten durchschnittlich zwischen 6,20 und 8,70 je Quadratmeter.

Nebenkosten treiben Warmmieten

Insgesamt sind die Warmmieten in Köln innerhalb der letzten 10 Jahre um 20 Prozent gestiegen. Besonders schwer wiege dabei der drastische Anstieg der Nebenkosten, wie Jürgen Becher vom Kölner Mieterverein erklärte. Deshalb werde es für Familien in Verbindung mit den analog steigenden Nettokaltmieten immer schwieriger, die Warmmieten zu zahlen. Derzeit müssen viele Haushalte bis zu 40 Prozent ihres Einkommens für Miete und Nebenkosten aufwenden. Da die Stadt bereits eine Erhöhung der kommunalen Gebühren für Abfall oder Straßenreinigung angekündigt hat, ist mit einer weiteren Verschärfung der Lage zu rechnen.
Helfen könnte dabei der Neubau bezahlbarer Mietwohnungen – doch der lasse derzeit wegen unzureichender staatlicher Förderung und exorbitanten Grundstückspreisen noch auf sich warten. Michael Schleicher, Leiter des Kölner Amt für Wohnungswesen, bezifferte das Defizit an Neubauwohnungen auf jährlich 1.000 Wohneinheiten.

Für den neuesten „Mietspiegel für frei finanzierte Wohnungen“ haben Mieterverein Köln e.V., Kölner Haus- und Grundbesitzerverein von 1888 e.V., der Rheinische Immobilienbörse e.V. und der Vereinigung von Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümern Köln e.V. 17.000 Mietverträge der ingesamt circa 400.000 Kölner Mietwohnungen ausgewertet.


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