Zahl der Wohngeldempfänger um 50% gestiegen

20. Dezember 2010 | von

In Deutschland gibt es immer mehr Wohngeldempfänger: Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Haushalte, die Wohngeld beziehen, um fast die Hälfte – auch bedingt durch eine Anfang 2009 inkraft getretene Reform. Besonders häufig wird der Zuschuss dem Statistischen Bundesamt zufolge im Osten Deutschlands benötigt.

Insgesamt 859.607 private Haushalte haben 2009 in Deutschland Wohngeldzahlungen von Staat und Kommunen erhalten. Im Vergleich zum Jahr 2008 hat sich die Zahl der Empfänger mit einem Plus von 47,2 Prozent um fast die Hälfte erhöht. Als Grund für die steigende Zahl der Empfängerhaushalte gelten die Ausweitung des Niedriglohnsektors in Deutschland sowie eine Anfang 2009 in Kraft getretene Wohngeldreform. Durch eine Anhebung der Einkommensgrenze waren seit Anfang vergangenen Jahres deutlich mehr Haushalte empfangsberechtigt also noch zuvor. Zudem erhöhte sich der Zuschuss von durchschnittlich 92 Euro auf 125 Euro. Dementsprechend teuer wurde es für Bund und Kommune: Die Ausgaben für Wohngeldzahlungen haben sich 2009 mit 1,56 Milliarden Euro verdoppelt.

Schere zwischen Ost und West

Besonders häufig wird Wohngeld in den östlichen Bundesländern gewährt. So beziehen 4,5 Prozent der privaten Haushalte in Mecklenburg-Vorpommern und 3,7 Prozent der Haushalte in Sachsen Wohngeld. Es folgen Thüringen (3,2 Prozent) sowie Sachsen Anhalt und Brandenburg mit jeweils 2,9 Prozent. Berlin hält sich mit 1,9 Prozent dagegen recht wacker. Besonders selten wird das Wohngeld in Hessen (1,5 Prozent der Haushalte) und Bayern (1,4 Prozent) benötigt, allerdings gab es in beiden Bundesländern (59,5 Prozent in Bayern, 57,7% in Hessen) besonders hohe Steigerungsraten.

Einpersonenhaushalte besonders betroffen

Besonders Einpersonenhaushalte sind auf die Wohngeldzuschüsse angewiesen. Mit einem Anteil von 56 Prozent stellen sie den mit Abstand größten Empfängerkreis. Knapp jeder vierte Wohngeldempfänger lebt in einem Haushalt mit vier oder mehr Personen.

Wohngeldberechtigt sind einkommensschwache Haushalte, um „die Wohnkosten für angemessenen und familiengerechten Wohnraum tragen können“. Die Zuschüsse für Miete und „Aufwendungen für Kapitaldienst und Bewirtschaftung“ des Eigentums soll zudem das Abrutschen der Haushalte in Hartz-IV verhindern. Getragen werden die Kosten jeweils zur Hälfte von Bund und Ländern.


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2 Kommentare zu Zahl der Wohngeldempfänger um 50% gestiegen

  1. Daniel sagt:

    Die Anzahl der Menschen, welche Wohngeld in Anspruch nehmen müssen, wird sicher steigen. Was nicht zwangsläufig heißen muss, dass deshalb auch weniger Immobilien verkauft werden. Vielmehr habe ich den Eindruck das es immer mehr arme und auch mehr wohlhabende Menschen gibt, die Mittelschicht jedoch immer geringer wird.

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