Bankbürgschaften als Mietkaution bergen Risiken

23. Dezember 2010 | von

Auch in Deutschland kommt das Modell der Bankbürgschaft als Form der Mietkaution immer mehr in Mode. Stiftung Warentest zufolge birgt diese Methode jedoch sowohl für Mieter, als auch für Vermieter mehr Risiken, als es auf den ersten Blick scheint.

Die Vorstellung bei der Mietkaution kein Bargeld vorstrecken zu müssen, sondern lediglich eine Bankbürgschaft zu hinterlegen, klingt für viele verlockend. Wie Stiftung Warentest aber in der aktuellen Ausgabe des „Finanztests“ mitteilte, ist dieses Modell der Mietkaution doch sehr risikobehaftet.

Die scheinbaren Vorteile sind verlockend

Besonders Mieter könnten von dieser Art der Mietkaution profitieren, denn anders als bei der Barkaution kann der Mieter auf diese Weise sein Budget entlasten und hat so mehr Geld für den Umzug oder die Einrichtung der neuen Wohnung übrig. Das kann vor allem dann von Bedeutung sein, wenn die Kaution aus der alten Wohnung noch nicht zur Verfügung steht. Auch Vermieter hätten von der Barkaution Vorteile, da sie auf diese Weise einen erheblich niedrigeren Verwaltungsaufwand haben.

Vermieter können auf ihren Kosten sitzen bleiben

Haben sich beide Seiten auf eine Mietkaution geeinigt, gibt die Bank ihre Zu- oder Absage zur Bürgschaft aber erst, wenn der Mietvertrag abgeschlossen ist und der Mieter eine gute Bonität vorweisen kann. Bewilligt die Bank dem Mieter die Bürgschaft jedoch nicht, ist das Risiko für den Vermieter recht hoch, denn falls er eine Auszahlung der Kautionssumme bei der Bank fordert, ist der Mietvertrag unterzeichnet. Der Vermieter bleibt im schlimmsten Fall auf den Kosten sitzen.

Fordert der Vermieter bei diesem System der Mietkaution die Auszahlung der Kautionssumme, muss er sich direkt an die jeweilige Bank des Mieters wenden, welche sich dann wiederum für eine Rückzahlung der Kosten an den Mieter wendet, ohne jedoch die Rechtfertigung der Forderung des Vermieters zu prüfen.

Auch die finanzielle Entlastung des Mieters ist nur von kurzer Dauer, denn die Bürgschaft beinhaltet je nach Nettokaltmiete Gebühren von 50 bis 150 Euro im Jahr. Schwierig wird es zudem, wenn der Mieter umziehen möchte und der neue Vermieter keine Bankbürgschaft als Mietkaution akzeptiert. In diesem Fall hat der Mieter keine Kaution aus seiner alten Wohnung zur Verfügung und muss sein Budget noch stärker belasten.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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2 Kommentare zu Bankbürgschaften als Mietkaution bergen Risiken

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  2. John C. sagt:

    Mietkaution ist super. Das hat mir schon 2 mal geholfen weil ich kein Geld hatte um die Kaution aufzubringen und die Vermieter lassen sich selten darauf ein in noch kleineren Raten als innerhalb von 3 Monaten zu zahlen. Aber mit einer mietkaution bekommt der Vermieter sein Geld und ich muss mir nichts einfallen lassen wie ich an das viele Geld komme.
    Das gibts aber inzwischen nicht nur bei Banken sondern auch Firmen die sich darauf spezialisiert haben.

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