Hamburg: Energiesanierung treibt Immobilienkosten in die Höhe

3. Januar 2011 | von

Die Miet- und Kaufpreise für Immobilien steigen in der Hansestadt momentan unaufhaltsam an – Schuld daran sei Experten zufolge die energetische Sanierung im Rahmen des Klimaschutzes. Das Streben nach einer umweltfreundlichen Energiesanierung bringt für Hamburg viele Auflagen, Regularien und Maßnahmen mit sich, die den Städtebau erschweren und günstigen Wohnraum bald nahezu unmöglich machen.

Kaum hat das neue Jahr begonnen, schon haben die Hanseaten eigentlich Grund zum Jubeln, denn die Metropole ist von einer Jury der Europäischen Union zur „Umwelthauptstadt Europas“ ernannt worden. Diesen Titel verdankt die Stadt hauptsächlich ihrer „exzellenten Umweltstandards“, wie „welt online“ berichtet. „Die Stadt hat sehr ehrgeizige Pläne für die Zukunft, die zusätzliche Verbesserungen versprechen“, so auch die Begründung der EU-Jury, doch eben diese Pläne bedeuten für die meisten Mieter und Immobilienkäufer einen tiefen Griff in ihr Portemonnaie.

Hamburg setzt mit Passivhäusern auf das falsche Pferd

Mit einem neu entworfenen Masterplan zum Klimaschutz soll es ab dem Jahr 2012 in der Elbstadt nur noch Neubauförderungen für Passivhäuser geben, ab 2015 sollen planmäßig dann ohnehin nur noch Passivhäuser in Hamburg neu gebaut werden.
Dass Passivhäuser jedoch nicht die beste Lösung sind, ermittelte jetzt eine Studie der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen in Kiel im Auftrag des Bundes freier Wohnungsunternehmen Nord (BFW). Der Arbeitsgemeinschaft zufolge sind Passivhäuser insgesamt etwa 30 % teurer als der aktuelle Wohnungsbau. Schlussendlich würde der Mietanstieg fünfmal höher liegen als die Heizkostenersparnis.

Kein Anreiz für einen Neubau

Doch egal wie viel Energie Passivhäuser nun tatsächlich einsparen – ist aufgrund der enormen Baukosten kein Geld vorhanden, erübrigt sich die Diskussion. „Wir reden beim Passivhaus noch von einer Resteinsparung von 10 bis 15 Prozent. Aber, wenn niemand mehr bauen kann, weil es sich nicht rechnet, muss man auch über solche Restwerte nicht mehr reden“, so auch Bauunternehmer Stefan Wulff gegenüber der Welt online.

Wie die hohen Grundstückskosten wieder reguliert und der Immobilienwirtschaft der Stadt geholfen werden könnte, erläuterte Jochen Winand, Vorstandsmitglied der Wachstumsinitiative Süderelbe: „Die Stellschrauben, an denen gedreht werden kann, sind günstigere Grundstücke, bessere Abschreibungsmöglichkeiten für Unternehmen oder mehr Förderung für energetische Sanierungsmaßnahmen.“ Nur so könnten steigende Baukosten und Mietpreise zukünftig verhindert werden.

Die Klimapolitik Hamburgs ist ein Hindernis für viele ansässige Wohnungsunternehmen, die bereits einen Wegzug auf das ländliche und deutlich günstigere Umland befürchten.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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