Trotz Konjunkturaufschwung: keine wirtschaftliche Verbesserung in der Bauindustrie

13. Januar 2011 | von

Trotz der Verbesserung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage in Deutschland hat die Bauindustrie bislang noch nicht vom Aufschwung profitiert. Experten sehen für den weiteren Verlauf des Jahres 2011 keine Verbesserung.

Während Politiker den wirtschaftlichen Aufschwung mit starken Vokalen beschreiben, herrscht in der Baubranche weiter Tristesse. Statt wachsender Umsetzte werden für den Rest des Jahres 2011 – wie auch schon im Vorjahr – eher stagnierende Zahlen oder sogar Umsatzrückgänge von einem Prozent erwartet.

Die Konjunkturprogramme sind nur ein schwacher Trost

Dabei fällt das Resümee für 2010 unterschiedlich aus. Der Wohnungsbau konnte mit einem Umsatzzuwachs von 6 Prozent überraschen, während der öffentliche Bau mit einem Minus von 3 Prozent enttäuschte. Auch private Unternehmen erteilten dem Baugewerbe nicht die erhofften Aufträge.

Dabei hatte sich die Baubranche von den beiden Konjunkturprogrammen kräftige Impulse erwartet. Insgesamt sollten knapp 12 Milliarden Euro in den öffentlichen Bau fließen, von denen derzeit erst gut die Hälfte in konkrete Bauprojekte investiert worden sei. Mit den restlichen Geldern rechnet die Baubranche im Laufe des Jahres 2011. Das Bauhauptgewerbe mit Hoch- und Tiefbau wird davon nur wenig profitieren: Große Teile der Konjunkturpaketgelder werden für die Sanierung von Gebäuden genutzt und somit dem Ausbaugewerbe zugutekommen.

Doch trotz dieser ungünstigen Umstände konnten die Beschäftigungszahlen im Vergleich zu 2009 um insgesamt 10.000 auf 715.000 Beschäftigte klettern.

Wirtschaftsbau schwach – aber nicht so schwach wie erwartet

Trotz anspringender Konjunktur haben deutsche Unternehmen mit dem Bau von Werkshallen und Betriebsgebäuden gezögert. Das bekam der dafür zuständige Wirtschaftsbau zu spüren: Die Umsätze fielen um 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wohl kein großer Grund zur Freude ist da wohl die Tatsache, dass der Bauindustrieverband gar mit einem Rückgang von 7,5 Prozent gerechnet hatte.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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