Trotz Sparpotential: Beim Stromanbieterwechsel lauern Fallen

19. Januar 2011 | von

Steigende Strom- und Gaskosten lassen sich mit einem Anbieterwechsel oft abfedern. Doch gerade bei Preisvergleichen lauern etliche Fallen für Verbraucher – sie sollten ganz genau hinsehen und nicht immer das vermeintlich günstigste Angebot wählen.

Kunden, die bereit sind, ihren Energieanbieter zu wechseln, können beträchtliche Summen sparen. Das gilt insbesondere, wenn der aktuelle Tarif der des örtlichen Grundversorgers ist. Bei einem Wechsel können Kunden abhängig vom momentanen Anbieter oft mehrere hundert Euro sparen, bei Gas sogar noch mehr als bei Strom. Jedoch sollten Sparfüchse bei verlockenden Vorkasseangeboten lieber auf Nummer sicher gehen, wie die Stiftung Warentest klargestellt hat. Auch die Ergebnisse der Vergleichsportale sind mit Vorsicht zu genießen, so die Verbraucherschützer.

Immer rechtzeitig zur Winterzeit

Der Anstieg von Strom- und Gaspreisen im Dezember ist wohl für niemanden mehr eine Überraschung, inzwischen ist es eine alljährliche Prozedur. Spannend ist lediglich, wie die Stromkonzerne und –anbieter das neuerliche Drehen an der Preisschraube begründen – und wie stark der Anstieg ist. Durchschnittlich waren es dem Vergleichsportal Verivox zufolge zuletzt 7 Prozent, besonders hart traf es die Schönkirchener, deren Strompreis um satte 16,1 Prozent stieg. Für eine Familie mit 4 000 Kilowattstunden bedeutet dies ca. 154 Euro Mehrkosten für Strom pro Jahr.

Der Anbieterwechsel ist einfach

Kunden, die sich jetzt für einen günstigeren Vertrag entscheiden, können nicht nur Geld sparen, sondern leisten einen Beitrag zum Ankurbeln des Wettbewerbs. Ein Plus an Wettbewerb könnte sich zukünftig positiv auf die Entwicklung der Preise auswirken.

Abhängig vom Ausgangsvertrag könnte ein Vierpersonenhaushalt test.de zufolge bis zu 1000 Euro jährlich sparen, wenn gleichzeitig Strom- und Gasanbieter gewechselt werden. Für den Kunden ist ein Wechsel mit keinem nennenswerten Aufwand verbunden: Sparwütige müssten lediglich den neuen Vertrag bei Anbieter unterschreiben, dieser kümmert sich dann um die Abwicklung inklusive der Kündigung des alten Anbieters.

Bei Energielieferanten ist Vorsicht geboten

Einen besonders günstigen Wechsel bieten oft Energielieferanten mit Vorkassesystem. Der Anbieter schätzt dann den zu erwartenden Energieverbrauch für ein Jahr ab, der Kunde zahlt im Vorfeld den kompletten Betrag. Auf den ersten Blick sieht das nicht schlecht aus, weil es meist günstiger ist, die Warentester warnen allerdings vor solchen Angeboten. Ein echtes KO-Kriterium ist dabei die Bonität der Anbieter, um die es nicht in jedem Fall zum Besten bestellt ist. Der Knackpunkt: Bei einer Pleite des Unternehmens hat auch der Kunde den Schwarzen Peter und bekommt vermutlich sein Geld nicht zurück.

Verlockende Angebote für Neukunden

Wer sich ernsthaft für einen Wechsel interessiert, für den sind auch die Neukundenrabatte eine gute Möglichkeit, zu sparen. Viele Energieanbieter verringern die Preise im ersten Jahr des neuen Vertrages und sind deshalb sehr attraktiv. Kunden, die besonders clever sein wollen, informieren sich über bessere Angebote, bevor das „günstige“ Jahr vorbei ist. Wer auf Anbieterhopping verzichten will, sollte deshalb bereits im Voraus prüfen, ob ein Angebot nach Ende des Neukundenrabattes weiterhin günstig ist


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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