Die Deutschen wollen endlich ihre eigenen vier Wände

27. Januar 2011 | von

Das Jahr ist noch keinen Monat alt, schon gibt es die ersten Wohnpreis-Indizes. Obwohl der Wohn-Index des Instituts Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt (F+B) erstmals die Preisentwicklung von Eigentumswohnungen und Eigenheimen mit der von Mehrfamilienhäusern vergleicht und die Preistrends von Neuvertrags- und Bestandsmieten kombiniert, bleibt das Ergebnis altbekannt: Im Süden ists teuer, im Osten meist günstig. Immerhin konnte der Preisanstieg abgeschwächt werden.

Wird aus dem Land der Mieter doch noch ein Volk der Wohnungseigentümer? Im vergangenen Jahr waren zumindest Eigentumswohungen sehr beliebt bei den Deutschen. Die steigende Nachfrage schlug sich gängigen Marktmechanismen folgend auf die Preise nieder: Eigentumswohnungen wurden mit einem durchschnittlichen Preisanstieg von 3,7 Prozent besonders teuer.
So ermittelte F+B beispielsweise die durchschnittlichen Quadratmeterpreise für Standard-Eigentumswohnungen – der Definition nach handelt es sich dabei um zehn Jahre alte Wohnungen mit 75 Quadratmeter Wohnfläche und mittlerer Ausstattung – in 80 deutschen Städten.

Demnach ist eine solche Eigentumswohnung im ostthüringischen Gera mit einem Preis von 770 Euro pro Quadratmeter deutschlandweit am billigsten. Zum Vergleich: In München, der wenig überraschend erneut teuersten Stadt Deutschlands, kostet der Quadratmeter 3.490 Euro. Im bayerischen Umland nach deutlich günstigerem Wohnraum zu suchen wird sich kaum lohnen: Auf den weiteren vorderen Plätzen dominieren vorrangig süddeutsche Regionen.

Mit der Nachfrage steigen auch die Preise

Immerhin konnte der Preisanstieg für Wohnraum in Deutschland zuletzt etwas gebremst werden. Wurden Wohnungen und Häuser im gesamten Jahr 2010 um durchschnittlich 3 Prozent teurer, kühlte sich der preisliche Aufwärtstrend im letzten Quartal deutlich ab. Dies sei eine Normalisierung der Entwicklung, nachdem zuletzt wegen des gestiegenen Bruttoinlandsprodukts und den gleichzeitig gesunkenen Hypothekenzinsen in Verbindung mit der Angst vor einer Inflation die Preise kräftig gestiegen sind, so F+B.

„Der F+B-Wohn-Index Deutschland liegt im letzten Quartal 2010 bei 101,4 Punkten und somit über dem Basiswert 100, der den Durchschnitt des Jahres 2004 darstellt“, erklärt F+B Geschäftsführer Dr. Bernd Leutner die Entwicklung. Dies sei zwar im Vergleich mit dem vorangegangenen 3. Quartal 2010 ein Rückgang um 0,4 Prozent, verglichen mit dem Vorjahresquartal 2009 dennoch ein Plus von 2,7 Prozent.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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