Die verschiedenen Phasen des Immobilienkaufs: vom Traum bis zur Realisierung

3. Februar 2011 | von

Der Kauf einer Immobilie nimmt im Schnitt 21 Monate in Anspruch. In dieser Zeit durchläuft der Käufer mehrere Phasen, von der Traumphase bis zur Wirklichkeitsphase. Nicht selten müssen sich die Vorstellungen der Realität angepasst werden.

Beim Immobilienkauf steht zu Beginn eines Erwerbsprozesses meist eine konkrete Vorstellung, wie die Immobilie auszusehen hat. In dem im Schnitt 21monatigen Prozess, bis der Kauf endgültig abgewickelt ist, durchlaufen die Käufer mehrere Phasen, bis das Ideal mit dem wirklichen Angebot übereinstimmt. Die Traumphase, die zu Anfang vorherrscht, setzt sich in den meisten Fällen nicht bis zum Ende durch. Das zunächst anvisierte Wunschobjekt, wie es sich die angehenden Käufer erträumen, entspricht nur in den seltensten Fällen dem, was der Immobilieninteressierte letztendlich erwirbt. „Im Laufe der Entscheidungsfindungen werden Faktoren immer wieder neu gewichtet. Am Ende wird eine Immobilie gekauft, die rationale und emotionale Beweggründe vereint – und die dem Immobilienmarkt vor Ort entspricht“, so Robert Anzenberger, Vorstand des Immobilienvermittlers PlanetHome AG.

Wünsche weichen der Realität

Die erste Phase besteht darin, Wünsche zusammenzutragen. Der Interessent sammelt in den ersten Wochen und Monaten Präferenzen bezüglich der Lage der Immobilie, der Infrastruktur, Baustil des Objekts, des Ausstattungsstandards und nicht zuletzt des Preises. Anzenberger rät jedem Interessenten, zunächst Listen anzufertigen und dabei auch scheinbar überzogene Wünsche zu Papier zu bringen. Dabei sind nicht nur harte Fakten gefragt, auch scheinbar nebensächliche Anliegen sollten berücksichtigt werden. „Ratsam ist eine Liste, in der Käufer ihren Gedanken freien Lauf lassen“, so der Experte.

Realisierung erst nach über einem halben Jahr

Was nun folgt, kann als Wirklichkeitsphase bezeichnet werden. Nach etwas zwei bis vier Monaten fängt der potenzielle Käufer an, sich Halbwissen anzueignen. Prinzipiell ist klar, wobei beim Kauf einer Immobilie geachtet werden muss, doch fehlt es dem Interessenten an Erfahrung, um das Immobilienangebot realistisch einschätzen zu können. Die Praxiserfahrung ergibt sich, wenn der Interessent sich so viele Objekte wie möglich anschaut, um Vergleiche anstellen zu können, „nur so erhält man ein Gefühl, welche der ursprünglichen Kriterien wirklich wichtig und realistisch sind.“

Nach etwa 8 bis 15 Monaten kommt es endlich zur Realisierungsphase. Der potenzielle Käufer hat sich einen Überblick über das Angebot bezüglich Lage, Ausstattung und Preis gemacht und so adäquates Wissen angesammelt. Wann es nun zur endgültigen Kaufentscheidung kommt, ist abhängig von den Möglichkeiten, die der Markt gerade bietet, und der Dringlichkeit, in der sich der Käufer befindet: Ist er in seiner Mietwohnung zufrieden und empfindet er seine Miete als angemessen, so wird er sich mehr Zeit bei der Auswahl einer Kaufimmobilie lassen als jemand, der aufgrund einer hohen Miete oder steigenden Kreditzinsen unter Druck gerät. Hat die Kompromissfähigkeit einen Grad erreicht, mit dem der Immobiliensuchende sehr gut leben kann, wird der Kauf auch getätigt.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion

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