Wohnungsbauleitstelle soll Hamburgs Wohnungsbau verbessern

4. Februar 2011 | von

Wie schon befürchtet, bleibt Hamburg auch in absehbarer Zeit hinter der erforderlichen Anzahl von 6.000 Neubauten zurück. Dies bedeutet durch die Verschärfung der Wohnsituation in der Hansestadt einen Anstieg der Mietpreise. Nun fordern Verbände eine Wohnungsbausleitstelle als zentrale Einrichtung, um geplante Projekte besser steuern zu können.

Wie schon befürchtet, bleibt Hamburg auch in absehbarer Zeit hinter der erforderlichen Anzahl von 6.000 Neubauten zurück. Die drohende Verschärfung der bereits jetzt angespannten Wohnsituation könnte zu einem weiteren Anstieg der Mietpreise führen. Abhilfe soll eine Wohnungsbauleitstelle schaffen, die geplante Projekte besser steuern kann.

Hamburger Wohnungsunternehmen äußern die Befürchtung, vor 2013 keine erhöhten Neubauzahlen vermelden zu können. Die ohnehin angespannte Wohnsituation in der Hansestadt könnte sich so weiter verschärfen. Schon in den letzten Jahren hatte Hamburg die Anzahl der erforderlichen 6.000 Neubauten nicht erreicht, 2010 wurden nur rund 3.700 neue Einheiten genehmigt. Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) und der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), Landesverband Nord, haben nun einen Neun-Punkte-Plan vorgelegt, um die Situation zu verbessern.

Entschärfung erst ab 2013 in Sicht

Andreas Ibel, Vorsitzender des BFW Nord, spricht gar von einer „historischen Chance“, das Problem in dieser Zeit angehen zu können, niedrige Zinsen und der Fokus der Unternehmen am Wohnungsbau sowie das internationale Interesse an der wachsenden Stadt Hamburg böten eine gute Ausgangssituation. Holger Kowalski, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Hamburger Wohnungsunternehmen, relativiert jedoch, dass auch bei dem neu eingeschlagenen Kurs erst ab 2013 mit wachsenden Zahlen zu rechnen sei. Als Folge sei aber in den nächsten drei bis fünf Jahren weniger Anstieg als zurzeit notwenig, um die Wohnsituation zu entschärfen.

Errichtung einer Wohnungsbauleitstelle von Nöten

„Der Senat muss sich zu einer ‚Kampagne für den Wohnungsbau‘ bekennen“, so Kowalski weiter. Gemeint ist konkret die Einrichtung einer Wohnungsbauleitstelle unter Leitung des Wohnungsbaukoordinators Michael Sachs, welche sich mit dem Immobilien-Management, der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU), der Kommission für Bodenordnung und den Bezirken konsequent für die Wohnungsbauprogramme einsetzen soll. „Wir benötigen ein abgestimmtes und vernünftiges Flächenmanagement, in dem verfügbare städtische Grundstücksflächen auf ihre Verwertbarkeit geprüft werden“, ergänzt Ibel.

Änderungen des Immobilienmanagements und Verschlankung der Bürokratie sollen Vorhaben sichern

Außerdem muss vom Senat geklärt werden, wo die benötigten Neubauten entstehen sollen. Problematisch dabei sind unter anderem die hohen Grundstückspreise und Baukosten, denn mit Nachverdichtung allein wird das Problem nicht in den Griff zu bekommen sein. Die Vorgabe einer Kostenmiete von acht Euro netto kalt könne so nicht eingehalten werden. Daher wird dem Senat vorgeschlagen, städtische Grundstücke nicht mehr an den höchst bietenden Investor zu vergeben, sondern eine Auswahl an Grundstücken zu vergünstigten Bodenpreisen zu gewährleisten. Das haushaltsgetriebene Immobilienmanagement solle daher von der Finanzbehörde in der BSU angesiedelt werden.

Auch die schleppenden Genehmigungsverfahren sollen beschleunigt werden. Eine Verschlankung der Bürokratie soll hier Abhilfe schaffen.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion

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