Berliner Immobiliendeal wird wohl doch kein Wahlkampfthema

9. Februar 2011 | von

Bevor das Thema richtig diskutiert werden konnte, war es auch wieder vorbei: Der Berliner Senat hat den geplanten Verkauf der Berliner Immobilien-Holding (BIH) an einen britischen Investor gekippt. Mangelnde Transparenz auf Käuferseite sei der Grund.

Die Verträge waren bereits unterschriftsreif ausgehandelt, doch nach einer Sitzung am Dienstag hat der Berliner Senat den geplanten Verkauf der Berliner Immobilien-Holding (BIH) abgesagt. Damit steht einer der potentiell größten Immobiliendeals der letzten Jahre weiter auf der Kippe. Zuletzt hatte Berlin im Jahr 2009 versucht, die BIH zu verkaufen. Auf dem Höhepunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise hatten sich allerdings nur wenige Bieter mit für die Stadt nicht akzeptablen Angeboten gemeldet, das Geschäft wurde auf Eis gelegt.

Diesmal schien das Angebot für alle Seiten zufriedenstellend – wäre da nicht die allgemeine Stimmung in der Hauptstadt, die nach den jüngsten drastischen Mietsteigerungen und der deutschlandweit medial beachteten Hausräumung in der Liebigstraße 14 weiteren Wohnungsprivatisierungen eher kritisch gegenübersteht. Da hätte wohl auch der Verkauf der BIH keine Ausnahme gemacht, immerhin gehören knapp 21.000 Berliner Wohnungen zum Portfolio der BIH. Insgesamt sind 29 geschlossene Immobilienfonds unter dem Dach der BIH gebündelt.

Nach Angaben des parteilosen Finanzsenators Ulrich Nußbaum sei der ausschlaggebende Grund für das Scheitern des Deals die fehlende Transparenz des britischen Investors gewesen. Medienberichten zufolge wollte dieser weder in der Öffentlichkeit genannt werden noch offenlegen, wie er das Geschäft im Detail finanzieren will. Der Senat könne damit seinen Pflichten zur absoluten Transparenz nicht nachkommen, erklärte Berlins regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD).

Ein weiterer strittiger Punkt sei die Übernahme der milliardenschweren Riskien gewesen, die auf der BIH lasten und bis 2014 zum Teil weiter beim Land verblieben wären. Kritiker befürchteten, daß der Investor nicht bereit ist, die Risiken in Höhe von 4,6 Milliarden Euro schrittweise abzubauen.


Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0
Dieser Beitrag wurde unter News abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.