Energieverbrauch rückt beim Immobilienkauf stärker in den Fokus

9. Februar 2011 | von

Umweltschutz und Energiesparen sind schon seit ein paar Jahren wichtige Themen für Eigenheimbesitzer. Jetzt gewinnt diese Materie auch für die Immobilienwirtschaft an Bedeutung.

Die Nutzung von alternativen Heizsystemen wurde im Laufe der Jahre nicht nur immer beliebter, sondern gewann auch beim Immobilienhandel immer mehr an Bedeutung. Am beliebtesten sind hier beim Kunden die Solarthermie- oder Photovoltaikanlagen. Seit ein paar Jahren muss die Öko-Energiebranche jedoch mit einem stark gestiegenen Wettbewerb fertig werden, nicht nur untereinander sondern auch mit konventionellen Energieerzeugern.

Doch das blieb nicht die einzige Wolke am Solarenergiehimmel: unter anderem aufgrund unverlässlicher Förderpolitik bei den Solarthermieanlage ging besonders bei der Öko-Wärme die Nachfrage zurück. „Bereits seit dem vierten Quartal 2009 ging die Nachfrage nach Heizungssystemen, die Effizienz und erneuerbare Energien einbinden, kontinuierlich zurück. 2010 schrumpfte der Markt erneut und liegt jetzt zirka 30 Prozent unter dem des Vorjahres“, äußerte sich auch der Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH).

Die Immobilienwirtschaft setzt auf niedrigen Energieverbrauch

Für Vermieter ist die Investition in Ökostrom aus finanziellen Gründen weitgehend uninteressant, wo hingegen der Energieverbrauch für die Vermarktung einer Immobilie immer wichtiger wird. Eindeutig belegt wird dieser Zustand im „Marktmonitor Immobilien“ von Prof. Dr. Stephan Kippes von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU): 60 Prozent der befragten Personen sind der Meinung, dass ein niedriger Energieverbrauch auch zu höheren Preisen für die Immobilie führt, und weitere 31 Prozent glauben, dass eine Immobilie mit guter Energieeffizienz eine kurze Vermarktungsdauer haben wird.

Einen weiteren Zusammenhang zwischen der Energieeffizienz einer Immobilie und ihrem Preis schafft der „ökologische Mietspiegel“, der bereits in Bochum, Berlin, Regensburg und Darmstadt erhoben wurde. So ermittelte zum Beispiel das Institut für Wohnen und Umwelt, dass ein Vermieter in Darmstadt etwa 0,37 Euro/Quadratmeter mehr für eine Immobilie mit niedrigem Energieverbrauch verlangen kann, als für ein Gebäude mit hohem Energieverbrauch.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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