Berliner Szenebezirke: Nichts für den kleinen Geldbeutel

4. März 2011 | von

Als Wohnpflaster wird Berlin insgesamt immer teurer, billige Wohnungen werden gar zur Mangelware. Das haben zwei Untersuchungenen innerhalb kurzer Zeit bestätigtet. Selbst ehemals verschmähte Bezirke holen preislich deutlich auf, in den Szenebezirken ziehen die Mieten weiter massiv an.

Vor ein paar Tagen meldete das Forschungsinstitut empirica in ihrem von der IBB in Auftrag gegebenen Wohnmarktbericht, dass die Berliner Miet-und Kaufpreise steigen. Aufgrund einer großen Anzahl an Neuberlinern und nur wenigen Neubauten schlage die jahrelang entspannte Lage jetzt um. Statt Leerständen gibt es nun große Nachfrage nach Wohnraum.

Dies hat natürlich Auswirkungen auf die Miet- und Kaufpreise. Mit durchschnittlich 6,22 Euro monatlicher Nettokaltmiete pro Quadratmeter verlangten Eigentümer 2010 rund 4,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Kaufpreise zogen mit etwa 1.740 Euro pro Quadratmeter sogar um satte 8 Prozent an.

Die Wohnungsgesellschaft GSW und CB Richard Ellis haben für ihre Studie rund 275.000 Mietangebote und rund 140 000 Kaufangebote ausgewertet. Das Ergebnis lässt Rückschlüsse auf die einzelnen Berliner Bezirke zu. Spitzenreiter in Sachen Mieterhöhung sind Mitte (plus 13, 7 Prozent) und Charlottenburg-Wilmersdorf (plus 10,7 Prozent), gefolgt von Pankow und Friedrichshain-Kreuzberg (beide plus 8,5 Prozent). Aufgrund der bereits dichten Besiedelung dieser Bezirke weitet sich der Mietanstieg auch schon auf die anliegenden Gebiete: In Lichtenberg und dem ehemaligen Schmuddelkind Neukölln sind mit 5 Prozent die Mieten ebenso stark gestiegen wie im gediegenen Steglitz-Zehlendorf.

Selbst Neukölln wird teuer

Besonders das als „Kreuzkölln“ bezeichnete Gebiet um Maybachufer, Richardplatz und Weigandufer wird für all diejenigen attraktiv, die sich teure Wohnungen in Kreuzberg nicht mehr leisten können. Dass Szenegänger den Bereich als neues Partyareal für sich entdeckt haben und Kulturschaffende hier seit Neustem ihre Zelte aufschlagen, macht Kreuzkölln als Wohngegend umso beliebter. Das Gebiet schaffte es in der aktuellen Studie erstmals unter die Top 10 der am stärksten steigenden Mieten in Berlin.
In den beliebten Viertlen stiegen natürlich auch die Kaufpreise. Mit einem Quadratmeterpreis von im Schnitt etwa 2.600 Euro stiegen die Kaufpreise um ca. 5 Prozent.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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