Atomausstieg @home: So können Verbraucher auf Kernenergie verzichten

16. März 2011 | von

Deutschlands Bevölkerung steht der Atomenergie skeptisch gegenüber, doch ein Großteil der Haushalte nutzt Tarife, die Atomstrom enthalten. Dabei ist der Wechsel auf Strom aus erneuerbaren Energien weder aufwendig noch besonders teuer.

Irgendwann zwischen Sonntagabend und Montag hat die Bundesregierung eine atemberaubende Wende in Sachen Atompolitik hingelegt. Versicherten Regierungsvertreter noch am Wochenende, dass Deutschlands Atommeiler die sichersten der Welt seien, es kein Grund zur Sorge gebe und Ereignisse wie in Fukushima in Deutschland nicht denkbar seien, sollten Anfang der Woche möglichst alle alten Meiler sofort vom Netz. Nicht nur wegen des rasanten Gesinnungswandels bleibt es zweifelhaft, ob das verkündete dreimonatige Moratorium der Laufzeitverlängerung dauerhaft bestand haben wird.

Dabei haben die Verbraucher die Möglichkeit, auch ohne eine endgültige Entscheidung der Poltik mit einem Wechsel des Stromanbieters bzw. Stromtarifes den ganz privaten Atomausstieg zu vollziehen und so Druck auf Regierung und Betreiber auszuüben. Dafür sind kaum mehr als ein paar Klicks notwendig.

Träge Verbraucher

Allerdings zeigen sich Deutschlands Haushalte sehr träge, was den Wechsel des Stromanbieters angeht. Einer Untersuchung des Verbraucherportals toptarif.de unter Bezugnahme auf Kennzahlen der Bundesnetzagentur zufolge nutzen 45% der Stromkunden noch immer die teureren und mutmaßlich mit Atomstromanteil ausgestatteten Grundversorgertarife. Knapp die Hälfte der Haushalte hat demnach noch nicht die Möglichkeit eines Tarif- oder Anbieterwechsels gebrauch gemacht, meist aus der unbegründeten Furcht vor Stromausfällen während der Umstellungsphase.

Ökostromtarife werden immer beliebter und günstiger

Bei den wechselwilligen Verbrauchern werden Ökostromtarife indes immer beliebter, da inzwischen auch die Preise für praktisch alle Haushalte bezahlbar sind. Knapp ein Drittel der Verbraucher wählt beim Tarif- und Anbieterwechsel einen Ökostromtarif. Dabei sollte auf verschiedenen Siegel geachtet werden, denn Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom – viele als „Öko“ gelabelten Tarife bieten Strom, der z.B. durch Kraft-Wärme-Kopplung herkömmlicher Kraftwerke gewonnen wird, die auch fossile Energieträger verbrennen.

Die gängigen Vergleichportale bieten wechselwilligen Kunden eine Reihe von Möglichkeiten, den jeweils passenden Ökostromtarif zu finden. Bei unserem Partner toptarif.de z.B. lässt sich die Option „Nur Öko- und Klimatarife anzeigen“ aktivieren, die Tarifdetails zeigen dann weitere Details zur Herkunft des Stroms, z.B. „100% erneuerbar“ oder „100% Wasserkraft“ sowie verschiedene Ökosiegel.

Mit folgendem Rechner können Sie die Stromtarife in Ihrer Region vergleichen:


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3 Kommentare zu Atomausstieg @home: So können Verbraucher auf Kernenergie verzichten

  1. Pingback: newerapublications.de » Blog Archive » Öko-Strom: Nach Atom-Katastrophe in Japan Umdenken in Deutschland – FOCUS Online

  2. Pingback: newerapublications.de » Blog Archive » Atom-Angst: Ökostrom wird zum großen Renner – Handelsblatt

  3. Michael sagt:

    Für alle Atom gegner hier ist die momentane Situation ein guter Grund die Diskusion wieder aufzunehmen. Dabei kann Sauberer Strom ja sogar günsitger sein wenn man den richtigen Anbieter findet.

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