Atom-Skepsis verstärkt den Vormarsch der Ökostromanbieter

17. März 2011 | von

Wer sich nicht sowieso schon mit dem Thema auseinandergesetzt hat, wird wohl von den aktuellen Ereignissen in Japan animiert werden: Der klare Trend zum grünen Strom wird vor dem Hintergrund der Vorkommnisse in japanischen Atomkraftwerken noch weiter verstärkt!

Die Atom-Skepsis, die von vielen Bürgern in diversen Demonstrationen unlängst kundgetan wurde, wächst weiter im Anblick des Dramas, das sich zurzeit in Japan abspielt. Sicher fühlt sich mit Atomenergie im Moment wohl niemand, zu deutlich wird hier vor Augen geführt, was im Unglücksfall passieren kann. Wer nicht schon vorher mit einem Wechsel zu einem grünen Stromtarif geliebäugelt hat, wird sich wohl spätestens jetzt zumindest theoretisch mit der Thematik auseinandersetzen.

Das Verbraucherportal Verivox.de verzeichnet ein steigendes Interesse: 75 Prozent der Stromkunden erkundigt sich bei Verivox gezielt nach Ökostrom, das bedeutet einen Anstieg um 10 Prozent allein seit vergangenem Freitag. Im Vergleich dazu lag das Interesse 2009 noch bei 25 Prozent. Vor allem die Ankündigung der Regierung, die Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke zu verlängern, löste den Trend zum grünen Strom aus.

Theoretisches Interesse bedeutet noch lange nicht realen Wechsel des Tarifs

Andererseits heißt theoretisches Interesse an sauberem Strom nicht, dass die Kunden ihren Tarif auch wirklich wechseln. Laut Verivox schließen nämlich nur 25 Prozent der Kunden, also nur jeder dritte Interessent, dann einen Vertrag bei einem Ökostromanbieter ab. Allerdings könnte die Entscheidung der Regierung, ganze sieben deutsche Atomkraftwerke zumindest vorübergehend abzuschalten, weitere Entscheidungshilfe leisten: Der Strompreis an der Leipziger Börse EEX ist deutlich gestiegen. Der hohe Kurs muss zwar nicht zwangsweise komplett auf den Verbraucher umgeschlagen werden, lässt aber Raum für Spekulationen in diese Richtung. Ökostromvertreiber bieten trotzdem durchaus Preisangebote, die unter dem Grundversorgungstarif liegen, kommen aber je nach Reinheitsgrad zu wenigstens 50 Prozent aus erneuerbaren Energien. Auf Atomstrom wird komplett verzichtet.

Wechsel zu Ökostrom muss nicht kompliziert sein

Viele Verbraucher befürchten, nicht den richtigen Anbieter und das geeignete Angebot zu finden, oder mit großem Aufwand und versteckten Kosten konfrontiert zu werden. Hilfe bei der Auswahl des passenden Tarifs kann unser Partner toptarif.de leisten. Der folgende Rechner ermöglicht es, kinderleicht die Stromtarife Ihrer Region zu vergleichen. Dabei kann auch die Option „Nur Öko- und Klimatarife anzeigen“ gewählt werden, in den Tarifdetails wird dann ersichtlich, in welchem Reinheitsgrad der Anbieter seinen Strom zur Verfügung stellt.



Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0

Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
Dieser Beitrag wurde unter Energie abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Kommentar zu Atom-Skepsis verstärkt den Vormarsch der Ökostromanbieter

  1. Heike Ewers sagt:

    ja, das können wir bestätigen.

    Die Anfragen auf unseren Ökostrom Bereich (http://www.stromauskunft.de/de/html/oekostrom.html) haben sich seit den schlimmen Ereignissen in Japan vervielfacht (ca. 10 Mal so viel Anfragen wie vor der Katastrophe). Der Anteil der abgeschlossenen Ökostromtarife liegt seitdem bei rund 75%, d.h. 3 von 4 abgeschlossenen Verträgen sind Ökostromtarife. Vor einem Jahr lag dieses Verhältnis noch bei 3 von 10.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.