Umweltminister lockt Eigentümer mit Förderung energetischer Maßnahmen

8. April 2011 | von

Nach Volker Kauder (CDU) spricht sich auch Parteifreund Norbert Röttgen für die Förderung energetischer Sanierungen aus. Der Bundesumweltminister setzt dabei auf die Mitarbeit der Immobilieneigentümer.

Die CDU überrascht weiterhin mit ihrem Wankelmut in Sachen Umweltpolitik. Nach dem plötzlichen Umschwung von Laufzeitverlängerung auf sofortige Abschaltung einiger deutscher Atomkraftwerke und der stetigen Kürzung von Fördermitteln für energetische Sanierungsmaßnahmen nun die Kurswende: Nach Volker Kauder meldet sich auch der Bundesumweltminister zu Wort.

Röttgen fordert Ausbau der Fördermittel

Der CDU-Politiker plädiert wie Kauder für eine weitere Förderung von energetischen Sanierungen. In einem Interview mit der „Rheinischen Post“ erklärte Röttgen zudem, Kosten für Gebäudesanierungen in Zukunft steuerlich absetzbar zu machen. „Ein Steuernachlass ist die beste Motivationskraft für Hauseigentümer“, äußert er sich gegenüber der Zeitung. Dies ginge aus den Erfahrungen der letzten Jahre hervor.

Röttgen bezeichnet im Interview die Gebäudesanierung als „entscheidenden Schlüssel“ zur Verbesserung der Energieeffizienz. Auf diesem Wege könne man auch kurzfristig Steigerungen in diesem Bereich erreichen, denn etwas 40 Prozent des Energieverbrauchs entfallen in Deutschland auf Gebäude. Da die meisten Bauten vor Einführung der Energiesparverordnung entstanden sind, liegt hier ein großes Potenzial.

Steuerliche Förderungen sollen Eigentümer und Mieter beruhigen

Bisher wurden Sanierungskosten vom Eigentümer auf die Mieter umgelegt. Bundeskanzlerin Merkel hatte im letzten Jahr sogar gefordert, den Anteil der auf die Mieter umzulegenden Kosten zu erhöhen. Röttgen plant nun aber ein Steuermodell, bei dem ökologische Umbauten absetzbar sein sollen. Wie dies finanziert werden soll – es geht im Kosten in Milliarden-Höhe -, ist bisher unklar. Im Juni will die Regierung ein überarbeitetes Energiekonzept vorstellen, das auch den Ausbau von Fördermitteln für zinsgünstige Sanierungskredite der staatlichen Förderbank KfW beinhalten soll. Die zurzeit dafür zur Verfügung stehenden 460 Millionen Euro sollen dann deutlich aufgestockt werden. Ein deutlicher Kurswechsel, bedenkt man die stetigen Kürzungen der Fördermittel, die die aktuelle Regierung vorgenommen hat. Es bleibt abzuwarten, wie das Konzept finanziert werden soll, brechen noch die Einnahmen aus den AKWs weg.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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